Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1099 bis 1143

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schickte auch gleich, als die Nachricht von dem Abzüge Hein-richs aus Rom kam, der Fürst von Capua 300 Normannen in dasrömische Gebiet und diese drangen bis Pillum, dem heutigenPiglio, in der Nähe von Pagliano vor. Als der Kaiser, welcherauf halbem Wege zwischen Rom und Sutri war, dies hörte,schickte er gleich einen Teil des Heeres in der größten Eile zu-rück, um die Normannen zu überfallen. Diese, von dem Heran-rücken des feindlichen Heeres noch zeitig genug in Kenntnisgesetzt, zogen sich in ihr Lager auf dem Monte Acuto zurück.Dann kehrten beide Teile zurück, die Deutschen nach Ober-italien , die Normannen in ihr Land. Im Herbste gelang es demPapste, einige Orte wieder zu unterwerfen. Dann hielt er sichin Anagni auf, wo er aber gefährlich erkrankte. In Rom hieltsich Pier Leone stets noch gegen die Angriffe der Gegenpartei,ebenso noch einige andere Große von der Partei des Papstes,wahrscheinlich Stephanus Normannus, an dem Tiberufer zwi-schen S. Angelo und Ponte Sisto. Hier und um das Capitol, dieEngelsburg und die Peterskirche war der Kampf am heftigsten.Da traten Pietro Colonna und Raynald, des Senebald Sohn, vonder Gegenpartei zu dem Papste über und dieser begab sich nunauf ihre Einladung nach Rom . Weihnachten feierte der Papstin Palestrina , welches damals schon den Colonna gehörte, undblieb hier bis nach dem Feste der Epiphanie.

Am 15. Januar gelang es dem Papste, in die Leostadt ein-zudringen und sich darin festzusetzen. Schon schickte er sichjetzt an, auch die übrigen Teile, insbesondere die Peterskirche,worin der Präfekt und seine Partei sich befanden, zu belagern,als Paschalis erkrankte und, eine Woche nach seiner Rückkehr,den 21. Januar 1118 starb.

Auf dem Sterbebett hatte Paschalis die um ihn versammel-ten Kardinäle zum Widerstande gegen die Anmaßungen derDeutschen (enormitates Germanorum) ermahnt.

III.

Die in Rom in der Kirche S. Sebastian versammelte römi-sche Geistlichkeit wählte unmittelbar nach der Bestattung des