Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1099 bis 1241

Papstes Paschalis den Kardinal von S. Maria in Cosmedin, Jo-hann von Gaeta, unter dem Namen Gelasius II. zum Papste(den 2j. Januar iii8).

Kaum hörte Cencius Frangipani, dessen Wohnung unfernder Kirche S. Sebastian lag, von der Wahl des Papstes, als er miteiner Schar Gewaffneter in die Kirche drang, den Papst in seineBehausung schleppte und auch die übrigen Anwesenden miß-handelte.

Diese Gewalttat rief die Verteidiger des Papstes unter dieWaffen. Der Präfekt Petrus Pier Leone, Stephanus der Nor-manne, die 12 Quartiere der Stadt, die Einwohner der Tiberinselund von Trastevere, alle kamen bewaffnet auf das Capitol undschickten Boten an die Frangipani mit dem Verlangen, daß manden Papst wieder frei gebe. Dies geschah, und Gelasius wardnun mit der größten Feierlichkeit auf dem Lateran als Nach-folger Paschalis II. ausgerufen.

Die Weihe des Papstes mußte noch Aufschub leiden, da derGewählte noch nicht Priester war, und diese Weihe jener vor-ausgehen muß.

Kaiser Heinrich war damals mit der Belagerung Veronasbeschäftigt und hatte erst um Ostern (14. April) nach Rom kommen wollen. Jetzt aber, da er von der Wahl Gelasius hörte,brach er sogleich in Begleitung weniger Ritter auf und kam nacheinem sehr schnellen Zuge schon den 2. März ganz unvermutetin Rom an.

Als der Papst dies hörte, floh er in eine Feste des Bulgaminiin der Nähe der Kirche S. Maria, welche in Rione S. Angelounfern der Tiber liegt, wo sich seine Anhänger versammelthatten.

Der Kaiser schickte Gesandte zu ihm, um wegen des Frie-dens zu unterhandeln; er sei bereit, ihn anzuerkennen, wenn erden Vertrag, welcher zwischen Paschalis und dem Kaiser ge-schlossen sei, halten wolle, sonst würde der Kaiser sogleich einenanderen Papst wählen. Ebenso wurde dem Papste vorgeschlagen,ein Konzil zu halten, worauf die Ansprüche des Reichs und derKirche sowie die Wahl des Papstes untersucht werden sollten.