Gelasius bestand aber darauf, sich erst weihen zu lassen, unddann im Herbst in Mailand oder Cremona , an Orten, welchedem Kaiser feindselig waren, eine Versammlung zu halten.Dann noch bei Nacht bestieg er mit seinem Gefolge zwei Schiffeund fuhr damit bis nach Ostia . Hier brach ein so heftiges Un-gewitter los, daß sie verzweifeln mußten, auf die hohe See ge-langen zu können. Außerdem fanden sich Deutsche am Ufer,welche die Schiffe mit Pfeilen beschossen, und unter heftigenDrohungen die Auslieferung des Papstes verlangten. Da nahmder Kardinal Hugo den schwachen Papst auf seine Schultern undtrug ihn des Nachts bis nach der Burg S. Paul bei Ardea. Amfolgenden Morgen schwur das Gefolge des Papstes auf demSchiffe den Deutschen, Gelasius sei nicht mehr bei ihnen, unddiese zogen beruhigt ab. Man wartete noch den Tag, bis amAbend das Ungewitter sich legte, holte dann den Papst wiederauf die Schiffe und fuhr so in 2 Tagen über Terracina nachGaeta , wo der Flüchtling die beste Aufnahme fand. In der Tatward Gelasius sogleich zum Priester und dann zum Papste ge-weiht, den 9. und 10. März in Gegenwart vieler Bischöfe undKardinale, der Äbte von Monte Cassino und La Cava sowie desHerzogs Wilhelm von Apulien , Roberts von Capua, Richardsvon Aquila.
Das römische Volk war gegen Gelasius aufgebracht, da esglaubte, er würde seinen Sitz außerhalb Rom nehmen.
Das Volk wählte unter Beistimmung des Kaisers den schongenannten Mauritius Burdinus, Bischof von Braga , unter demNamen Gregorius VIII., zum Papste.
Der Papst sprach den Bann über Mauritius aus und ent-setzte ihn seiner bischöflichen Würde am 7. April auf einer Sy-node in Capua. Nachdem er daselbst Ostern gefeiert, bewog erdie normannischen Fürsten, ihn mit bewaffneter Hand nachRom zurückzugeleiten.
Der Kaiser belagerte Turricula (jetzt Torricella) in derSabina. Als er von dem Herannahen der Normannen hörte,schloß er einen Vertrag mit den Belagerten und ging nach Rom
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