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zurück, wo ihm am Pfingstfeste von seinem Papste die Kroneaufgesetzt wurde und er dann einen feierlichen Umzug hielt.Von da ging er nach Oberitalien und dann nach Deutschland zurück. Papst Gelasius kam jetzt nach Rom „mehr wie einPilger“, so berichtet ein Augenzeuge, „als wie ein Herrscher“.Er nahm Wohnung am Ufer der Tiber , neben der Kirche S.Maria in Secundicerio, wo die Wohnungen seiner Anhänger, desStephanus Normannus, seines Bruders Pandulphus und desPetrus Latro waren (den 5. Juli 1118).
Am folgenden Tage nach seiner Ankunft hielt er Festgottes-dienst in der Kirche St. Paul, während Mauritius in St. Peterfeierte.
Die Frangipani störten andauernd den Papst Gelasius derartin den gottesdienstlichen Handlungen, daß Gelasius beschloß,Rom zu verlassen. Er fuhr, begleitet von mehreren Kardinälenund angesehenen Römern, zu Schiffe die Tiber hinunter überdas Meer nach Pisa und von da über Genua nach Frankreich .
Dort starb er am 21. Januar 1119 im Kloster von Clugny.Auf dem Sterbebette empfahl er als seinen Nachfolger den Bi-schof Cuno von Palestrina. Aber dieser schlug die Würde ausund empfahl den Erzbischof Hugo von Vienne, einen Mannaus königlichem Geschlechte, Sohn des Grafen von FrancheComte und entfernt mit dem Kaiser verwandt. Auf ihn einig-ten sich sämtliche Kardinäle, zunächst diejenigen in Frankreich ,Rom und Benevent , sodann die deutschen Bischöfe (auf demReichstag von Tribur). Als Papst , Calixtus II. bestieg er denStuhl Petri (1119—1124). Ihm war es beschieden, den Kriegzwischen Papst und Kaiser zu beendigen und am 8. September1x22 auf dem Reichstage zu Worms denVertrag mit dem Kaiser,welcher als „Wormser Konkordat “ bekannt ist, zu schließen.
Der Papst Calixtus II. blieb noch bis zum Anfang der Fastendes folgenden Jahres in Frankreich und ging dann nach Rom ,wo er den 3. Juni 1120 eintraf und vom Volke auf das feier-lichste aufgenommen wurde.
Den Gegenpapst Mauritius Burdinus , welcher mit Truppen-macht nach Sutri geflohen war, besiegte Calixtus II. durch ein