Von 1099 bis 1143
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von ihm gesammeltes Heer mittelst förmlicher Belagerung derFeste Sutri . Dem ihm ausgelieferten Burdinus schenkte der Papstdas Leben. Er überließ ihn aber den schmählichen Mißhand-lungen der Römer, welche ihn im Spottgewand auf einem Kameldurch die Stadt reiten ließen und außerhalb Roms gefangensetzten.
Seinen Sieg feierte Calixtus auch dadurch, daß er im Late-ranischen Palast einen Saal ausmalen ließ, wo er als Sieger seinenFuß auf den Nacken des Unterworfenen setzt.
Auch den römischen Adel demütigte der Papst, die Türmedes Cencius Dominae bonae (Cencio di Donna bona) wurdengebrochen, und es wurde verboten, sie je wieder aufzubauen.Die unruhigen Grafen von Ceccano wurden zum Frieden ge-zwungen, andere Festen dem Papst durch Kauf oder Vertragunterworfen, und es wurde von seiner Zeit die Sicherheit ge-rühmt, welche alle Pilger genossen, die zu der Schwelle derApostel wallfahrteten.
IV.
Die übrige Lebenszeit des Calixtus war nur merkwürdigdurch die Feier des großen lateranischen Konzils (März 1123).
Calixtus II. starb am 13. Dezember 1124.
Lambert, ein Kardinal aus der Zeit des Paschalis, der Be-gleiter des Gelasius im Exil, der geschickteste Minister Calix-tus II. , hatte den Wormser Friedensvertrag abgeschlossen, unddieses große Verdienst gab ihm Ansprüche, Papst zu werden.Er wurde am 21. Dezember 1124 als Honorius II. geweiht.Seine niedere Abkunft, aus einem kleinen Ort Fagnano bei Imola,war ein Mangel in den Augen derer, die an Calixtus die fürst-liche Abstammung gerühmt hatten. Honorius wußte sich je-doch bald Ansehen zu verschaffen. Sein fünfjähriges Pontifikatstörte in Rom kein Aufstand. Die Frangipani sicherten ihmRom , und boten ihm die Mittel dar, die Kapitäne der Campagna,namentlich die Grafen von Segni und Ceccano in Zaum zuhalten.
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