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Beseitigung der durch den höheren Adel ausgeübten päpstlichenAutorität als unabhängiges Gemeinwesen mit einer den altenunvergessenen Namen des Senats führenden Regierungsgewalt.Dieser Senat bestand, wenigstens im Anfang, lediglich aus denplebejischen Elementen, welche sich in der Auflehnung widerPapstregiment und Aristokratie zusammenfanden.“
Der Geschlechteradel stand fortan als „Parte Guelfa“gegen das Volk. Selbst die Frangipani verbanden sich mit demPapst. Dieser erlaubte ihnen, sich in den Besitz des Circus Maxi-mus zu setzen, welchen sie in den Bereich ihrer palatinischenBurg zogen. Sie besaßen seither mit dem Circus auch das Co-losseum, das Septizonium, die schon zu Türmen erhöhten Bogendes Titus und des Constantin, den Janus Quadrifrons , und an-dere Türme in der Stadt.
Die römische Gemeinde stellte keine Konsuln auf wie an-dere Städte. Denn dieser Titel war in Rom wesentlich aristo-kratisch. Es waren die der Commune feindlichen Großen, wel-che fortfuhren diesen Titel zu tragen.
Die Zahl der Senatoren wurde auf $6 gebracht, vier Mit-glieder auf jede Region, deren es unter Hinzurechnung derTiberinsel und des Trastevere zur eigentlichen Stadt vierzehngab. Vollständig war diese Zahl aber wohl selten. Im Herbstefanden die Wahlen statt. Ein jährlich mehrmals sich erneuern-der Ausschuß von Senatsmitgliedern übte die Exekutivgewalt.
Der eigentliche Abschluß der neuen Stadtverfassung unterJordan Pier Leoni erfolgte in dem Jahr 1144. Von diesem Jahran wurden die Jahre der neuen senatorischen Epoche gezählt.
IV.
Drei Päpste folgten rasch aufeinander.
Der erste, Guido von Castello, starb nach fünf Monaten inder Burg der Frangipani.
Der zweite, Gherardo de’ Caccianemici von Bologna, starb,nachdem er nicht ein Jahr lang auf dem Stuhle Petri gesessenhatte, im Kloster Sankt Gregors am Caelius.