Von 1143 bis 1188
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Das Pontifikat Eugens III. , (114J—1153), des CisterciensersBernhard von Pisa, eines mehr durch fromme Einfachheit alsdurch Geistesgaben bemerkenswerten Zöglings des Stifters jenesOrdens, begann mit Flucht und mehrmonatlichem Aufenthaltin Viterbo .
Die Römer riefen den Papst indessen zurück, indem diesersich bewegen ließ, die Senatsverfassung unter gewissen Bedin-gungen anzuerkennen. Von Sutri aus konnte er schon vorWeihnachten 1145 seinen Einzug in den Lateran halten. DerSenat huldigte der Oberhoheit des Papstes, „welcher den Fort-bestand der Commune unter seiner Investitur genehmigte“.
Der Vertrag mit Eugen III. stillte indeß nicht den in Stadtund Land weitertobenden Kampf. Adel und Klerus standenmit Ingrimm dem Senat gegenüber, welcher seine Gewalt überdie ganze Campagna auszudehnen suchte. Tivoli veranlaßteneue Tumulte. Die Römer forderten Vernichtung dieser Stadt,und der bedrängte Papst duldete das Einreißen ihrer Mauern.
Eugen III. seufzte mit den Worten S. Bernhards, „daß derHirt in Rom nicht Petri Schafe, sondern Wölfe, Drachen undScorpionen weide“.
Der Papst ging schon im März nach Sutri , dann wiedernach Viterbo , wo er bis zum Ende des Jahres blieb. Sodannzog er nach Pisa, im März 1147 durch die Lombardei nachFrankreich .
Die Römer fuhren auch während seiner zweijährigen Ab-wesenheit fort, die Grundlagen des Vertrags mit ihm anzuer-kennen. Indessen sie fühlten sich sonst völlig frei: Tivoli wur-de von ihnen überfallen, und durch Hinrichtung vieler Bürgerbestraft.
„Wie Rom durch seinen Senat in die alten Zeiten zurückge-kehrt zu sein schien, so sah es sich auch wie damals im Krieg mitlateinischen und tuscischen Städten, die sich wiederum gegen dieStadt verbündeten. Über manche Patrimonien der Kirche fieljetzt auch der große Adel her, um sich schadlos zu halten. Jederraubte, was er konnte. Der Kirchenstaat löste sich in kleine