Von 1143 bis 1188
949
weisen, durch welche jene Kämpfe für die Zeit seit 1140 neuenGesichtspunkten unterstellt wurden.
Der eine dieser Gesichtspunkte ergibt sich aus der Revo-lution von 1x43, indem von ihr an die römische Kommune alsganz neuer Faktor jener Kämpfe auftrat. Dies wird in unsererspäteren Darstellung dieses Zeitraums auch im einzelnen deut-lich werden.
Der zweite Gesichtspunkt entspringt der seit 1140 auf-tretenden Geschichtserscheinung, welche unter dem Namendes Kampfes der Guelfen und der Ghibellinen bekannt ist.
Dieser Kampf brach mit dem Regierungsantritt Kon-rads III. aus, und zwar zwischen einerseits dem als Nachfolgerdes Kaisers Lothar von Sachsen von diesem ausersehenen Hein-rich dem Stolzen nebst dessen Bruder, dem Grafen Welf , ande-rerseits dem Kaiser Konrad III.
Im Jahre 1140 zog Kaiser Konrad vor die feste StadtWeinsberg in Schwaben , welche zu den welfischen Stammgüterngehörte.
Graf Welf wagte einen Überfall gegen die kaiserlichenTruppen, erlitt aber eine Niederlage. Der größte Teil seinerStreiter wurde erschlagen, in den Neckar gesprengt, gefangen.Welf selbst rettete sich mit einer kleinen Schar durch dieFlucht.
Es ist eine verbreitete, aber historisch nicht beglaubigteAngabe, daß bei dieser Gelegenheit zum erstenmale der be-rühmte und berüchtigte Schlachtruf „Hie Welf ! Hie Waibling!“vernommen worden sei, ein Losungswort, das zur Entstehungder Parteinamen der Welfen (italienisch Guelfi) und Waiblinger(Ghibellinen, italienisch Ghibellini) Anlaß gegeben haben soll.
Der Name Ghibellinen wird auf die Stadt Waiblingen zu-rückgeführt, wo die gleichnamige Stammburg der Hohenstaufenlag, im Tal des Flusses Rems unweit von Stuttgart , 30 Kilo-meter entfernt von dem Berg Hohenstaufen mit der BurgStaufen.