Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Nun verglich sich der Kaiser mit den Römern. Senat undVolk erkannten Paschalis an, leisteten dem Kaiser den Eid derTreue, beschworen die Aufrechterhaltung seiner kaiserlichenRechte innerhalb wie außerhalb der Stadt. Friedrich bestätigtedem Senat, dessen Investitur künftig durch ihn erfolgen sollte,seine gegenwärtigen Befugnisse und die Steuerfreiheit der Stadt.

Der Kaiser setzte einen neuen Präfekten und 50 neueSenatoren ein, ließ die Neuwahlen zum Senat vornehmen. Ernahm 400 Geiseln für die Erfüllung des Vertrags. Die Stadtbetrat er nicht.

Die Frangipani, die Pierleoni und der sonstigedem recht-mäßigen Papste, Alexander III. ergebene Adel hatten sich vonder Verhandlung mit der neuen Stadtgemeinde ferngehalten,und trotzten dem Volke wie dem Kaiser in ihren verschlossenenBurgen.

Das kaiserliche Heer, in Zeltlagern um die Stadt und inder Stadt verteilt, beherrschte Rom .

Seit der Zerstörung Mailands, 1162, war Friedrich I. in Ita-lien niemals so siegreich und mächtig gewesen.

Ein Schicksalsschlag sondergleichen, welcher fast allge-mein als göttliches Strafgericht für den am Grabe der Apostelverübten Frevel angesehen wurde, verwandelte das Glück desKaisers in furchtbares Unglück.

Am 2. August 1167 fing es in aller Frühe bei dem hellstenHimmel an, stark zu regnen. Dann trat wieder dieselbe unge-wöhnliche Klarheit des Himmels ein, verbunden mit großerHitze.

Sogleich brach im deutschen Heere eine verheerende Seu-che aus, welche zuerst die Edlen und dann auch die Knappenin solcher Menge dahinraffte, daß die Hände fehlten, um dieToten zu begraben. Oft sank, wer am Morgen noch wohlund gesund umherging, wenige Stunden darauf tot oder un-heilbar krank darnieder.

Der Kaiser brach am 6 . August die Zelte ab, und zog mitdem Rest des Heeres fort. In Viterbo ließ er Paschalis III. unddie römischen Geiseln zurück, und zog dann nach Pisa.