Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Noch mehr als 2000 Mann fielen auf dem Wege.

Paschalis III. konnte eine Zeitlang im Vatikan wohnen,wo die Senatoren ihn aufgenommen hatten, um die Freilassungder Geiseln zu erlangen. Aber sie verboten dem Papst dieStadt. Er mußte in den Türmen des Stephan Tebaldi in Tras-tevere Schutz suchen.

Indeß am 20. September 1170 starb er im Vatikan , und derAbt Johann von Strumi nahm jetzt als Calixt III. seine Stelleein.

Alexander III. zog am 17. Oktober 1170 mit Kriegsvolk inTusculum ein. Auf dieser Felsenburg mußte er mehr als zweiJahre lang im Angesichte Roms leben. Die Römer ließen ihnnicht in die Stadt.

XII.

Im Jahre 1174 zog Kaiser Friedrich zum fünften Mal *) nachItalien . Er wollte vor allem die lombardischen Städte bezwin-gen. Aber am 29. Mai 1176 wurde er bei Legnano von denlombardischen Städten, welche er angegriffen hatte, auf dasHaupt geschlagen **).

Die Folge war die Aussöhnung zwischen Papst und Kaiser,und im weiteren Verlauf jener glänzende Kongreß in Venedig,welcher von Mai bis August 1x77 tagte und am 1. August 1177zu dem Frieden von Venedig führte, einem Markstein der euro-päischen Geschichte.

In der Schlacht bei Legnano hatte der Kaiser auf seinemStreitroß, mit diesem stürzend, in Todesgefahr gestanden. Erwurde etliche Tage vermißt.

*) Es war dieser Zug, welcher die Gelegenheit gab, daß der Vetter desKaisers, Heinrich der Löwe, ihm die Heeresfolge weigerte.

**) Gregorovius schreibt:Der Tag von Legnano, wo am 29. Mai 1176die verbündeten Bürgermilizen den gewaltigen Kaiser aufs Haupt schlugen,war das Marathon der lombardischen Republiken; die jugendlichen Städtefeierten einen der reinsten Triumphe der Geschichte: sie befreiten sich unddas Vaterland.