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Pferd; zwölf reitende Bannerträger, rote Fahnen in der Pfand;zwei andere Reiter, goldene Cherubim auf Lanzen tragend; diezwei Seepräfekten; die Scriniarien, die Advokaten, die Richter,in langen schwarzen Amtstalaren; die Sängerschule; die Dia-conen und Subdiaconen; die auswärtigen Äbte; die Bischöfe; dieErzbischöfe; die Äbte der zwanzig Abteien Roms ; die Patriar-chen und Kardinalbischöfe; die Kardinalpresbyter; die Kardinal-diaconen. Hierauf folgte der Papst, auf einem weißen Zelter,welchen Senatoren oder Edle links und rechts am Zügel führten.Es folgten die städtischen Körperschaften, die Milizen, die Rit-ter in strahlenden Harnischen, mit den Wappenzeichen undFarben ihrer Geschlechter. Der stundenlange Zug dieser geist-lichen und weltlichen Herren, die feierlichen Gesänge, das Ge-läute aller Glocken, der Zuruf des Volks, die Mannigfaltigkeitder Trachten, das Gemisch des Kirchlichen mit dem Welt-lichen, war ein Schauspiel, welches das Papsttum in einem berau-schenden Gemälde den Sinnen darbot.
Die Stadt war bekränzt, Ehrenpforten erhoben sich aufdem Papstweg, von Laien errichtet, unter welche dafür eineGeldentschädigung verteilt wurde.
Über die Fora, durch die Triumphbogen des SeptimiusSeverus und Titus, am Colosseum vorüber, an S. Clemente vorbei, erreichte der Zug den lateranischen Platz.
Hier empfing den Papst der Klerus des Lateran mit feier-lichem Gesänge.
Es folgte der Huldigungseid des römischen Senates und end-lich das Bankett im Speisesaal des Lateran . Der Papst saß alleinan einer mit kostbaren Gefäßen besetzten Tafel, während ananderen Tischen die Prälaten und Großen, die Senatoren undder Präfekt mit den Richtern Platz nahmen. Die edelsten Her-ren bedienten den Papst. Beim Festmahl anwesende Königetrugen die ersten Schüsseln auf, und nahmen dann bescheidenihre Plätze am Tisch der Kardinäle ein.
IV.
Innocenz III. fand folgende politische Lage vor. Die welt-liche Macht St. Peters war unter seinem schwachen Vorgänger