Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Krieg. Unter allen Familien Roms blieben nur die Orsini dengibellinischen Colonna gewachsen und ebenbürtig.

Im Anfänge des 13. Jahrhunderts warendie Söhne desUrsus schon zahlreich und thronten mächtig, in ihren römi-schen, auf antiken Monumenten aufgetürmten Palästen derRegion Parione.

Im Jahre 1202 brachte ein Meuchelmord aus Blutrache dieStadt Rom in Aufruhr.

Theobald, ein Orsini, wurde auf dem "Wege nach S. Paulerschlagen, worauf das ganze Geschlecht des Ursus in die Stadtdrang, den Leichnam des Ermordeten mit Rachegeschrei durchdie Straßen trug, und die Häuser der Feinde zerstörte.

Man bestürmte das Kapitol, man warf Feuer in PandulphsTurm auf dem Quirinal . Nur mit Mühe entrann der darinbelagerte Senator, Richard Conti, des Papsts Bruder, dessen Turmdas Volk erstürmte und zum Eigentum der Stadt erklärte.

Innocenz selbst entwich, am Anfang Mai 1203, nach Pale-strina.

VI.

Unterdessen nahte der November heran, wo der neue Senatgewählt werden sollte. Das mißvergnügte Volk verlangte 5 6Senatoren. Der Papst, mit welchem man durch Boten unterhan-delte, befahl dem ihn vertretenden Kardinal, 12 Wahlher-ren einzusetzen. Das Volk sperrte diese, wie in ein Conclave,in den Turm eines seiner Häupter, Johannes de Stacio, der inden Trümmern des Circus Flaminius sein Haus gebaut hatte.

Das vom Adel geplagte Volk lud den Papst dringend zurRückkehr ein. Innocenz weigerte sich zuerst. Dann kam er imMärz 1204 nach Rom , mit dem festen Entschluß, den UnruhenStand zu halten, und den Senat nach seinem Willen zu ordnen.

Innocenz, mit allen Ehren in Rom aufgenommen, besänf-tigte die Empörung durch kluge Maßregeln.

Er ernannte zum Wahlherrn einen von allen Parteien ge-achteten Mann, den Johann Pierleone, seinen früheren Wider-

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