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sacher. Dieser wählte Gregor Petri Leonis Rainerii, seinen na-hen Verwandten, zum Senator, einen durch Rechtlichkeit ausge-zeichneten Edlen.
Aber die demokratische Gegenpartei wollte nichts vomFrieden wissen, noch dem Papst überhaupt das Wahlrecht zu-gestehen; sie versammelte sich im Circus Flaminius, erklärte denVertrag von 1198 für aufgehoben, und erwählte einen Gegen-senat unter dem Titel: „Gute Männer der Gemeinde“, „Bonihomines de Communi“.
Aber der Papst ließ nicht nach und er unterwarf im Jahre1205 das Kapitol.
Der Friede zwischen der Stadt Rom und Innocenz wurdeendgültig im Jahre 1205 abgeschlossen. Er veränderte die Formdes städtischen Regiments. Die exekutive Gewalt wurde in dieHand eines einzigen Senators (oder „Podestä“) gelegt, welchender Papst ernannte.
Im Herbst 1207 berief Innocenz die Bischöfe, Grafen , Po-destä und Konsuln der Patrimonien von Tuscien, Spoleto undder Mark Ancona nach Viterbo . Dort wurde ein Statut er-lassen, welches die Rechte der Kirche feststellte, den Landfriedenanbefahl und das Tribunal der päpstlichen Rektoren zum ober-sten Appellhof bestellte. Dieses Parlament bildete die Grund-lage der Regierungsgewalt des Papsts in jenen neu gewonnenenProvinzen des Kirchenstaats.
Die weitere Regierungszeit des Papstes Innocenz III. wareine Folge von glänzenden politischen Aktionen mit den größ-ten Erfolgen, welche bis dahin je ein Papst erreicht hatte.
In seinem letzten Lebensjahr besiegelte Innocenz diese Er-folge durch das am 11. November 1215 im Lateran versammelteKonzil, das zwölfte ökumenische, das vierte lateranische. „Mehrals ijoo Prälaten aus allen Ländern der Christenheit, nebst Für-sten und Gesandten von Königen und Republiken, knieten zuden Füßen des mächtigsten der Päpste, welcher als GebieterEuropas auf dem Weltthrone saß“.