Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
973
Einzelbild herunterladen
 

Dieses Konzil, der letzte feierliche Akt Innocenz III., warder Ausdruck der neuen Kraft, welche Innocenz der Kirche ge-geben, und der Einheit, worin er sie erhalten hatte.

Der Schluß des Lebens dieses ungewöhnlichen Mannes warauch der Höhepunkt dieses Lebens. Im Begriffe, sich nachToscana zu begeben, um Pisa und Genua miteinander zu ver-söhnen, und diese Seemächte für den neuen Kreuzzug zu gewin-nen, starb Innocenz III. zu Perugia , am 1 6 . Juni 1216.

Der Augustus des Papsttums, ein ernster, gediegener Geist,vollendeter Herrscher und Staatsmann, ein Pontifex voll wahr-hafter Glaubensglut, der zermalmende Weltrichter seinerEpoche.

Kapitel IV.

Von 1216 bis 1241.

i.

nnocenz III. erlebte es nicht, daß außer denjenigenRichtungen in der Kirche, welche er als ketzerischmit Feuer und Schwert auszutilgen bemüht war,eine neue zunächst rein ideal erscheinende Doktrin,nämlich die Predigt der christlichen Armut, eine überwältigendeBedeutung erlangte, und zwar in Gestalt der Mönchsorden derFranziskaner und der Dominikaner.

Aus der Mitte der kirchlichen Gemeinschaft erhoben sichals Apostel dieser Lehre zwei großartige Menschen als Refor-matoren des kirchlich-religiösen Lebens: Franciscus von Assisi und der Spanier Dominicus.

Es sei über diese Bewegung wiedergegeben, was Gregorovius zusammenfassend darüber berichtet.

Die beiden Patriarchen des bettelnden Mönchtums, diezwei strahlenden Leuchter auf dem Berge, wie die Sprache derKirche sie nennt, waren neben Innocenz III. die Apostel der