Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1099 bis 1241

neuen kirchlichen Weltherrschaft, wie einst der Mönch Bene-dikt neben dem Papst Gregor. Wenn frühere Ordensstifter Ein-siedeleien oder Abteien gründeten, wo die Mönche ein contem-platives Leben führten, andererseits Reichtümer anhäufendeÄbte als Reichs- und Lehnsfürsten prunkten, so verwarfenFranciscus und Dominicus alles, wodurch sie das Prinzip derchristlichen Armut verletzt sahen.

Ihre Reform bestand nicht nur in der Rückkehr zum Idealentsagender Armut, sondern auch in der Abwendung von einerbloß eremitischen Lebensweise. Das neue Mönchtum stelltesich mitten in die Städte und in das Gewühl des Volks. Esnahm selbst reine Laien, in der Form der Tertiarier, auf. Die-ses vielgeschäftigte praktische Verhältnis der Bettelorden zuallen Richtungen des Lebens gab ihnen unermeßliche Kraft.Die alten Orden waren aristokratisch und feudal geworden.Franciscus und Dominicus demokratisierten das Mönchtum.

Das gedrückte Volk sah die verachtete Armut auf einemAltar erhöht, und in die Glorie des Himmels gestellt.

Der Zudrang zu dem neuen Orden war sehr groß.Schon im Jahre 1219 konnte Franciscus auf einer General-Ver-sammlung zu Assisi 5000 Brüder zählen, welche seiner Ordens-fahne folgten.

Der am 7. August 1216 geweihte Papst Honorius III. (1216-1227) anerkannte den Orden derFratres minores (Mino-riten d. h. geringe Brüder) im Jahre 1223, und gab ihm dieBefugnis der Kanzel und des Beichtstuhls.

Die erste Niederlassung der Franziskaner zu Rom im Jahre1229 war das Hospital S. Blasio, heute S. Francesco in Trastevere .Dann übergab ihnen Innocenz IV., im Jahre x230, das KlosterS. Maria in Aracoeli, aus welchem die Benediktiner entferntwurden. Auf das alte Kapitol zogen triumphierend Bettel-brüder ein, in der braunen Kutte, den weißen Strick um denLeib, und von der Spitze der tarpeischen Burg, in dem fabel-haften Palast des Octavian, gebot ein barfüßiger Bettlergeneral,dessen Befehle inOrdensprovinzen gehört wurden, die sich