Von 1216 bis 1241
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wie zu Römerzeiten vom letzten Britannien bis an die MeereAsiens erstreckten.
Dominicus ging nach Rom im Jahre 1215.
Er gründete noch zu Lebzeiten Innozens’ III. den Ordender Dominikaner , unter der Gunst dieses Papstes, als Orden derPredigerbrüder.
Am 22. Dezember 1216 erteilte Papst Honorius III. denPredigerbrüdern (Fratres praedicatores) das Recht der Seelsorgeund Predigt in allen Ländern. Auch in diesem Orden war dieArmut ein Hauptgesetz.
Aber bald machte er sich dadurch furchtbar, daß er dieInquisition , zuerst neben den Franziskanern, dann allein, in dieHände nahm. Die ersten Häuser der Dominikaner in Rom waren seit 1217 das Kloster S. Sixtus auf der Via Appia, undseit 1222 die Kirche S. Sabina auf dem Aventin.
Dominicus starb in Bologna am 6 . August 1221.
Die Bettelbrüder beeinflußten alle Schichten der Gesell-schaft. Sie verdrängten die Weltgeistlichen von den Beicht-stühlen und Kanzeln. Sie besetzten die Katheder der Univer-sitäten. Die größten Lehrer der Scholastik, Thomas vonAquino, Bonaventura, Albertus Magnus, Baco waren Bettel-mönche. Sie saßen im Kollegium der Kardinäle, und bestiegenals Päpste den heiligen Stuhl. „Ihre Stimme flüsterte in derstillsten Familienkammer in das Gewissen des Bürgers, und amglänzendsten Hof in das Ohr des Königs, dessen Beichtiger undRäte sie waren; sie erscholl in den Sälen des Lateran, wie in denstürmischen Parlamenten der Republiken. Sie sahen und hörtenalles.“ Sie wanderten wie die ersten Jünger „ohne Stab, ohneSack, ohne Brot, ohne Geld“, und barfüßig durch das Land.„Aber sie waren zugleich in Hunderten von Klöstern provinz-weise organisiert, und von einem Minister-General befehligt, aufdessen Gebot jeder einzelne Bruder bereit war, ein Missionar zusein, ein Truppenwerber für den Papst, ein Ketzerrichter undInquisitor, ein verschwiegener Bote und Kundschafter, und einhartnäckiger Zöllner und Eintreiber von Ablaßgeldern und Zehn-ten für die Kasse des Lateran. “