auch der Kaiser suchte dann das Konzil, von dem er verurteiltzu werden fürchtete, auf jegliche Weise zu hindern.
Der Kaiser gewann im folgenden Jahre (1241) einen wichti-gen Bundesgenossen an dem Kardinal Johann Colonna. Dieserhatte den erwähnten Waffenstillstand mit dem Kaiser vermitteltund sich später über dessen Aufhebung mit dem Papste ent-zweit. Jetzt trat er offen auf Seite des Kaisers. In der Stadtbefestigte er seine Wohnung, Lagusta genannt, das Mausoleumdes Augustus *); außerhalb der Stadt andere Burgen.
Der Kaiser nahm im August Tivoli, dann die albanischeBurg (mons Albanus), ein festes Kastell neben Nomentum, fernereinige Burgen in der Nähe von Farfa, schlug bei Grotta Ferratasein Lager auf und verheerte die ganze Umgegend der Stadt.
Die Stadt aber blieb dem Papste treu, welcher den MatteoRosso aus der Familie Orsini zum Senator eingesetzt hatte.
Da starb im Lateran der Papst Gregor am 21. August 1241,fast hundert Jahre alt **).
„Der Abschied dieses ungebeugten Greises von der Weltwar wie der eines Generals, der auf seiner Schanze im Angesichtdes Feindes stirbt. Auf seinem Sterbebette sah er diesen Feindmit einem abtrünnigen Kardinal siegreich vor den Toren Roms “.(Gregorovius.)
Die Kardinäle, welche in der Stadt verweilten oder zur Wahldes Papstes dahin geeilt waren, wurden von dem Senator in dasSeptizonium (Septisolium oder Regia Solis) eingeschlossen, umsie zur raschen Beendigung der Wahl zu nötigen. Auch er-
*) Das Mausoleum Augusti hieß noch im 17. Jahrhundert: MonsAugustae oder Laguste).
**) Was das Lebensende des Papstes betrifft, so hieß es, der Papst seidadurch ermordet worden, daß die Belagerung den Papst der mörderischenFieberluft und der Gluthitze des römischen Augustmonats preisgab, wäh-rend der Papst gewohnt war, im Sommer heilkräftige Bäder im Gebirgezu gebrauchen. Der Chronist berichtet über den Zustand des Papstes:„fere centenarius ... fuit calculosus, et valde senex, et caruit balneis, quibussolebat Viterbii confoveri.“
Neomario, Geschichte der Stadt Kom II.
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