Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1099 bis 1241

VI.

Unterdessen war die Feindschaft zwischen Papst und Kaiser auf das höchste gestiegen. Der Papst beklagte sich, daß derKaiser auf jegliche Weise die Kirche verletze und ihn aus Rom zu vertreiben suche.

Er sprach daher am Palmsonntag 1239 (20. März) denKirchenbann über den Kaiser aus.

Der Kaiser erklärte das Urteil für ungerecht, und suchtedurch Schreiben nicht nur die Römer, sondern auch die Kardi-näle gegen den Papst aufzuregen. Damals war auch nur einSenator in Rom , wie aus der Aufschrift des kaiserlichen Briefeshervorgeht. In der Stadt war die Familie der Frangipani aufSeiten des Kaisers, der ihnen geholfen hatte, ihren festen Turmwiederherzustellen.

Der Papst, welcher während der heißen Zeit in Anagni ge-wesen war, kehrte für den Winter wieder zurück. Friedrichzog im Frühjahr des folgenden Jahres mit einem Heeregegen Rom , um, wie er sagte, sich mit dem Papste zu versöhnen.

Da führte der Papst in feierlicher Prozession die Köpfe derApostel Petrus und Paulus vom Lateran nach St. Peter , undpredigte einen Kreuzzug gegen den Kaiser mit solchem Erfolge,daß die Anwesenden das Kreuz nahmen zum Zeichen ihres Ent-schlusses, die Kirche zu verteidigen.

Der Kaiser mußte unverrichteter Sache nach Neapel weiter-ziehen und hier, an der Grenze bei Ferentino , zog der Papst einHeer zusammen.

Der Papst hatte die Bischöfe von England und Frankreich zur Hilfeleistung aufgefordert, und bezog von ihnen außer-ordentliche Geldsummen für seinen Krieg gegen den Kaiser.

Es wurde ein Konzil auf Ostern 1241 festgesetzt. Bis dahinsollte Waffenstillstand sein. Aber da die päpstliche Parteiunterdessen aus Frankreich und England neue Unterstützung er-halten hatte, wurde der Waffenstillstand nicht gehalten und