Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1216 bis 1241

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Der Erstere mußte sich in seinen Turm zurückziehen, undes entstand ein Krieg in der Stadt, welcher damit endigte, daßauch die andere Partei den Johannes dei Cenci anerkannte.

Dieser erklärte sich für den Kaiser und schwur, dem Papstedie Rückkehr in die Stadt zu verweigern. Zu dem Ende ließer die Tore und Mauern besetzen. Die Anhänger des Papstesgriffen ihn wiederum auf dem Capitol an und er mußte insoweitnachgeben, daß eine feierliche Gesandtschaft, an deren SpitzeJacopo Capoccio stand, den Papst von Sutri einholte und feier-lich in die Stadt zurückführte (Oktober 1237).

Aber im Ganzen blieb der größte Teil der Stadt auf Seitendes Kaisers.

Man schickte Gesandte an den Kaiser in die Lombardei ,und als Friedrich bei Corte nuova (4. November) die Lom-barden besiegt hatte, sandte er das erbeuteteCarroccium derLombarden an die Römer.

Dem Carroccium, als dem Palladium der Städte, wohnteeine unerhörte politische Bedeutung bei. Ein reichgezierter,von Stieren gezogener Wagen, auf welchem sich die Fahnen-stange mit dem goldenen Kreuzbild und einer Glocke erhob,wurde als das heilige Symbol der Republik in den Schlachtenaufgefahren und von einer auserlesenen Schar todesentschlos-sener Streiter bewacht. Seinen Verlust betrachtete man als dastiefste Unglück, welches die Ehre einer Stadt betreffen konnte.

Friedrich begleitete das erhabene Geschenk mit einem pa-thetischen Briefe an die Römer.

In Rom folgte als Senator Johannes dejudice von der päpst-lichen Partei.

Gegen ihn erhoben sich die Adeligen von der Partei desKaisers mit Bobaccianus und Aegidius, des Boetus Sohn, an derSpitze. Er besiegte sie und zerstörte ihre festen Wohnungen,wobei auch mehrere Gebäude des Altertums zugrunde gingen.

Wahrscheinlich erst nach diesem Vorfall wählte man zumersten Male zwei Senatoren, den schon genannten Giovanni dePoli und Oddo Colonna .