Kapitel I.
Von 1241 bis 1260.
i.
m 25. Juni 1243 riefen in Anagni die Kardinale denKardinal von S. Lorenzo in Lucina, Sinibald Fieschi,Graf von Lavagna, zum Papste aus, welcher als In-nocenz IV. (1243—1254) den Stuhl Petri bestieg.
Das genuesische Grafenhaus der Lavagna, vom Kaiser mitLehnstiteln ausgestattet, stand in höchstem Ansehen. Der neuePapst galt als einer der besten Rechtsgelehrten seiner Zeit. MitKaiser Friedrich II. war er befreundet. Sinibald erhielt seineWeihe am 28. Juni. Erst am 16 . Oktober 1243 ging er nachRom, wo seit Mai 1241 Matheus Rubeus aus dem Hause derOrsini alleiniger Senator und Träger fürstlicher Herrschaft war.
Der Biograph des Papstes Innocenz berichtet über die Auf-nahme, welche der Papst in Rom fand, folgendermaßen. „DieRömer betrachteten den neuen Papst mit Neugier und habsüch-tiger Erwartung. Er traute ihnen nicht, denn die lange Vakanz,während welcher Matheus die Republik wie ein Fürst regierthatte, mußte sie an Unabhängigkeit gewöhnt haben, und kaumwar er im Lateran, als seine Ruhe durch die Zudringlichkeitvon Gläubigern gestört wurde, die ein seinem Vorgänger ge-gegebenes Darlehn von 40000 Mark zurückverlangten. Schwärmerömischer Kaufleute erfüllten tagelang die päpstliche Aula mitGeschrei — ein befremdendes Schauspiel, den eben in Rom ein-gezogenen Papst zu sehen, der sich vor Gläubigern nicht zuretten weiß, und sich in seinem Gemach verbergen muß, bis erdie Schreier abgefunden hat.“
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