Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
988
Einzelbild herunterladen
 

988

Die Stadt Rom 1241 bis 1305

II.

Am 31. März 1244 schlossen die Delegierten des PapstesInnocenz IV. und des Kaisers Friedrich II. im Lateran einenFriedensvertrag. Dieser Vertrag war aber nur der Anlaß zuschweren Zerwürfnissen, welche zu dem Entschlüsse des Papstesführten, Rom zu verlassen und nach Lyon zu fliehen.

In der Nacht des 28. Juni 1244 trat der Papst die Fluchtan.

Innocenz IV. verwandelte sich wieder in den Grafen Sini-bald, legte Waffen an, setzte sich zu Pferd, und gefolgt voneinigen Getreuen, worunter sich Nicolaus de Curbio, seinLebensbeschreiber, und mehrere Neffen, unter diesen der Kardi-nal Wilhelm Fieschi, befanden, jagte er über unwegsame Ge-filde fort, bis er am Morgen Civita Vecchia und die genuesischeFlotte erreichte. Tags darauf fanden sich noch fünf Kardinaleim Hafen ein, welche ihrem rüstigeren Herrn nicht so schnellhatten folgen können. Andere sieben Anhänger des Papstesflohen verkleidet über Land nach Genua . Drei andere An-hänger ließ Innocenz zurück.

Am 29. Juni stach man in See.

Am 7. Juli 1244 landeten die mit purpurnen Teppichen ge-schmückten Schiffe in Genua .

Das Volk Genuas empfing unter Glockengeläute mitfeierlichen Chören seinen Landsmann Fieschi , den aus denNetzen des großen Feindes entflohenen Papst, und die freude-trunkenen Kardinäle riefen ans Land steigend den Vers desPsalmisten: Unsere Seele ist entronnen, wie ein Vogel demStrick des Voglers; der Strick ist zerrissen, und wir sind frei!

Lyon wurde nach großen Beschwerden am 2. Dezember1244 erreicht.

III.

Am 3. Januar 1245 schrieb Innocenz ein Konzil aus, wel-ches in Lyon am 2 6 . Juni 1245 eröffnet wurde.

Nur 140 Prälaten, meist aus Frankreich und Spanien, er-schienen zu Lyon, fast niemand aus Deutschland.