Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1260 bis 1305

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abend Rom verließ, sah ich einen großen Pilgerschwarm fortzie-hen, den niemand berechnen konnte. Die Römer wollen imganzen zwei Millionen an Frauen und Männern gezählt haben.Oft sah ich Männer wie "Weiber unter die Füße getreten, undmit Mühe entkam ich selbst einige Male dieser Gefahr.

Der Weg, welcher aus der Stadt über die Engelsbrücke zumS. Peter führte, war zu enge. Man eröffnete daher in der Mau-er, nicht weit vom alten Grabmal Meta Romuli, eine neueStraße am Fluß. Um Unglücksfälle zu verhüten, traf man dieVorrichtung, daß die Heimziehenden auf der einen, die Heran-kommenden auf der anderen Seite der Brücke gingen, welchedamals mit Buden bedeckt, der Länge nach in zwei Hälftengeteilt war. Prozessionen zogen ohne Aufhören nach S. Paulvor den Toren, und nach S. Peter, wo man die schon hoch-berühmte Reliquie, das Schweißtuch der Veronica, zeigte. JederPilger legte eine Opfergabe am Apostelaltar nieder, und der-selbe Chronist von Asti versichert als Augenzeuge, daß amAltar in S. Paul Tag und Nacht zwei Kleriker standen, die mitRechen in der Hand zahlloses Geld zusammenscharrten.

Die Gaben der Pilger, so schrieb der Chronist von Flo-renz ,trugen der Kirche Schätze ein, und die Römer alle wur-den durch den Verkauf von Waren reich.

Das Jubeljahr wurde in der Tat für die Römer ein Gold-jahr. Sie behandelten daher die Pilger mit Zuvorkommenheit,und nirgends wurde von Gewalttaten gehört.

Wenn der Sturz des Hauses Colonna dem Papst Feinde inRom erweckt hatte, so entwaffnete er sie durch den unermeß-lichen Vorteil, welcher den Römern erwuchs.

Senatoren waren damals Richard Anibaldi vomColiseum(aus welchem die Anibaldi bereits die Frangipani verdrängt hat-ten) und Gentilis Orsini.

Wahrscheinlich hat Dante im Jahre 1300 Rom gesehen,dessen Gedicht mit der Osterwoche dieses Jahres beginnt.

Berühmt ist die Äußerung, mit welcher Giovanni Villani seine Geschichte von Florenz eröffnet: