Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1260 bis 1305

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Die Kardinale konnten sich wegen der Spaltung in zweiParteien, die Anhänger des Königs von Frankreich und der Co-lonnesen, mit den Kardinalen Napoleone degli Orsini und Nico-lo de Prato an der Spitze, und die Anhänger und Verteidigervon Bonifacius VIII. , geführt von Matteo Rosso degli Orsiniund Francesco Gaetano, während elf Monate über die Papstwahlnicht einigen, bis diese endlich unter französischem Einflüsseauf den Erzbischof von Bordeaux fiel.

Der neue Papst war der Sohn eines Edelmanns aus Villan-draut in der Gascogne und hieß Bertrand de Got .

Er hatte in Orleans und Bologna studiert und war imJahre 1299 von Bonifacius VIII . zum Erzbischof von Bordeaux(Borde) geweiht.

Am 14. November 1305 wurde Bertrand, in St. Just zu.Lyon, als Clemens V. zum Papst gekrönt, im Beisein des Königs,Karls von Valois, des Plerzogs Johann von der Bretagne , undvieler französischer Großen. Bei der Krönungsprozession ereig-nete sich ein seltsames Unglück. Eine Mauer fiel auf den Papstnieder; er stürzte vom Pferde; seine Krone rollte im Staube; einprächtiger Karfunkel, ihr schönster Schmuck, verlor sich. ZwölfBarone seines Gefolges wurden zerschmettert, Valois stark be-schädigt, und der Fierzog der Bretagne starb infolge seinerWunden. Das Volk weissagte Unheil und finstere Zeit.