Von 1305 bis Ende 1347
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Benedict lehnte die ihm dargebotene Gewalt nichtab. Er übertrug sie für ein Jahr auf zwei Ritter aus Gubbio .Der eine war Jacobus Canti de Gabrielis, der andere Boso No-vello Rafaelli, ein alter Ghibelline, Anhänger Heinrichs VII. undein Freund Dantes.
Aber dennoch erhob sich der Familienkrieg bald mit neuerWut. Jacob Savelli stürmte mit Maschinen die Kirche S. An-gelo, von welcher Johann Colonna Kardinal war, und zerstörtedessen Palast.
Der Papst befahl hierauf einen Waffenstillstand der Par-teien für drei Jahre. Dies war im August 1337.
Am 2. Oktober 1338 ernannte der Papst zu Senatoren aufein Jahr: Matheus Orsini und Petrus , Sohn des Agapitus Co-lonna. Dieselben verkündeten Amnestie, beruhigten aber dieStadt nicht.
Das Volk stürmte im Juli 1339 das Kapitol, verjagte deneinen Senator, warf den andern in das Gefängnis, und machteJordan Poncelli Orsini und Stefan Colonna zu Rektoren derStadt.
Auf Bitten der Römer, welche jetzt die Ordnung ihrer Re-publik durch demokratische Einrichtungen zu erreichen hofften,schickte das blühende Florenz nach Rom zwei erfahrene Staats-männer, um die Römer über die Kunst volkstümlicher Regie-rung zu belehren.
Nach florentinischem Muster richteten hierauf die Römerdas Steuerwesen ein. Dreizehn Prioren wurden aus den Zünf-ten, außerdem ein Bannerträger der Justiz und ein Kapitän er-nannt.
Der Papst protestierte gegen diese Neuerungen, befahl denRektoren, ihre Gewalt niederzulegen, ernannte zunächst Vikare,und dann am 1. März 1340 Tibaldo von S. Eustachio und Mar-tinus Stefaneschi zu Senatoren auf sechs Monate. Um dashungernde Volk zu gewinnen, schickte er 3000 Goldgulden zurVerteilung, und in der Tat zeigte sich die Stadt bald wieder zurAnerkennung seiner Herrschaft bereit.