Von 1305 bis Ende 1347
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Tuben bliesen und Musikanten silberne Handpauken ertönenließen.
IX.
Petrarca, welcher damals als Vertreter des italienischen Nationalgeistes die Stelle Dantes einnahm, gibt das beste Zeugnisvon der bezaubernden Wirkung Colas auf seine Zeit, und vondem Strom antiker Ideen, welche sie durchdrang.
„Als dieser eine Römer vom dunkelsten Ursprung“, soschrieb Petrarca später, „sich erhob, als er seine schwachenSchultern der Republik darzubieten und das wankende Reichzu stützen wagte, da richtete sich wie durch Zauberschlag Italien auf, und der Schrecken und Ruhm des römischen Namens drangbis ans Ende der Welt“.
Petrarca richtete von Avignon aus begeisterte Glück-wünsche an Cola und das römische Volk. Er opferte seine Liebezum Haus Colonna der Freiheit und dem Vaterlande. DieMagnaten, aus deren Reihen in Jahrhunderten Päpste, Kardi-näle, Senatoren und Feldherren hervorgegangen waren, erschie-nen ihm jetzt nur als „Fremdlinge, als Abkömmlinge ehemaligerKriegssklaven Roms, als eine eingewanderte Kaste von Räubern,die dort wie in einer eroberten Stadt schalteten und die wahrenrömischen Bürger als ihre Sklaven mißhandelten“.
„Klugheit und Mut“, so rief Petrarca aus, „seien mit euch,denn die Kraft wird euch nicht fehlen, nicht allein um die Frei-heit zu behaupten, sondern auch um das Reich wieder zu er-langen“.
Petrarca nannte Cola „den neuen Camillus, Brutus undRomulus“, die Römer ermahnte er, ihren Befreier als einenGottgesandten zu ehren.
„Der begeisterte Beifall des in der ganzen Welt gefeiertenPetrarca entflammte die Phantasie Colas und bestärkte ihn inallen seinen Träumen“. Er ließ den Brief Petrarcas im Parla-ment vorlesen, wo er eine tiefe Wirkung hervorbrachte. Erlud Petrarca ein, Avignon zu verlassen und die Stadt Rom durchseine Gegenwart zu zieren, wie ein Edelstein den Ring verziere.
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Neomario, Geschichte der Stadt Rom II.