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Das 14. und 15. Jahrhundert
Nicolaus der Gestrenge und Gnädige, der Befreier der Stadt,der Eiferer für Italien , der Freund des Erdkreises und hehrerTribun, kund, was wir wollen und verlangen, daß die Gabe desheil. Geistes, sowohl in der Stadt als in ganz Italien , empfangenund gemehrt werde, und da wir die Güte und die Freigebigkeitder alten römischen Fürsten, soweit uns das von Gott gegönntwird, nachahmen wollen, kund und zu wissen, daß schon früher,nachdem wir die Würde des Tribunats angenommen haben, dasrömische Volk nach dem Rate aller Richter, Weisen und An-wälte in der Stadt wieder erkannt hat, wie es noch jene Gewalt,Macht und Gerichtsbarkeit über den ganzen Erdkreis besitze.“
Der Vikar des Papstes wollte durch feierliche Protestationdie Rechte seines Herrn wahren.
Aber Cola ließ die Pauken und Trompeten einfallen, undohnmächtig verhallten die Worte des Vikars in der donnerndenMusik.
Nach der Rede zog Cola das Ritterschwert und führte da-mit Schläge nach drei verschiedenen Seiten, jedesmal mit denWorten: „das ist mein“, zum Zeichen, daß dem römischen Volkeund ihm, als Vertreter desselben, die drei damals bekannten Welt-teile unterworfen wären. Den Schluß des Festes machten un-geheure Gastmähler in allen Sälen des lateranischen Palastes,ausgezeichnet durch die Fülle der Weine und die köstlichstenSpeisen.
Cola saß mit dem Vikar des Papstes an einem Tische unterden Männern in dem großen Saale. Seine Frau bewirtete dieFrauen in dem neugebauten Teil des Palastes.
Für das Volk sprang den ganzen Tag hindurch aus denNüstern des Pferdes Marc Aurels auf dem Platze vor demLateran weißer und roter Wein.
Cola ließ in den nächsten Tagen und Wochen eine Reihevon Festen und Zeremonien folgen, welche seiner des „Rittersvom Heiligen Geiste“ Verherrlichung und der Aufrichtung derHerrschaft Roms und Italiens über die ganze Welt dienen sollten.
Den Gipfelpunkt bildete seine mit phantastischen symboli-schen Akten vorgenommene Krönung, bei welcher die Über-