Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
1053
Einzelbild herunterladen
 

Von 1305 bis Ende 1347

1053

reichung von 7 Kränzen, grünen und silbernen, eine Rollespielte. Cola ließ sich mit diesen Kränzen während des Hoch-amtes in S. Maria Maggiore am ij. August, in der Mitte derKirche stehend, krönen, unter Entgegennahme seltsamer Huldi-gungen hoher Würdenträger. Seine Reden dabei überstiegenalles bisherige dieser Art. Er scheute sich nicht, sich mit Chri-stus zu vergleichen, da er, wie dieser, im 33.Lebensjahre erlösendeTaten vollbracht, Rom von seinen Tyrannen befreit und einWeltreich des Friedens und der göttlichen Liebe herauf geführthabe.

Anscheinend nahm niemand an diesen Dingen Anstoß. AlsAusnahme wird von einem einzigenheiligen Mönch berichtet,welcher dem von ihm bisher als Sendbote des Himmels ver-ehrten Mann, aus einem Winkel der Kirche bekümmert zu-schauend, über die frevelhafte Prahlerei des Mannes bitter-lich weinte.

Gleich den Kaisern bei deren Krönung verkündigte Colaneue Gesetze vor seinem Krönungsparlament. Er bestätigte dasrömische Bürgerrecht für ganz Italien. Er verbot Kaisern undFürsten den bewaffneten Eintritt in das Land, ohne Erlaubnisdes Papstes und des römischen Volks, er untersagte den Ge-brauchder fluchwürdigen Parteinamen der Guelfen und Ghi-bellinen.

X,

Cola fand zunächst den unveränderten Beifall Petrarcas,welcher das vom Tribunen auf gestellte Programm der EinheitItaliens unter einem italienischen Nationalkaiser ganz und garunterstützte, und zwar auch durch Eintreten in Avignon undgegenüber dem Cola feindlichen römischen Adel.

Aber Schritt für Schritt verdarb Cola es wie mit seinemrömischen Anhang und dem Papst, so auch mit Petrarca,welcher ihm am 27. November 1347 von Genua aus einen ein-dringlichen Brief schrieb, in welchem er ihn ermahnte,er mögenicht aus einem Führer der Guten ein Trabant der Schlechtenwerden.