Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1305 bis Ende 1347 1055

In Rom ließ er sofort die orsinischen Wohnungen am vati-kanischen Hügel niederreißen. Dann trat er vor den Legaten,mit der Dalmatica bekleidet, welche die Kaiser bei der Krö-nung zu tragen pflegten. Seine trotzige Haltung imponiertedem Kardinal, dem der römische Boden ohne den Adel zu un-sicher scheinen mochte. Der Kardinal verließ die Stadt undging nach Montefiascone .

Cola kehrte zur Belagerung Marinos zurück.

Er wurde von Tag zu Tag kühner. Mit Ludwig von Un-garn schloß er ein Bündnis. Da Kaiser Ludwig in dieser Zeitstarb, lud er durch Abgeordnete alle italienischen Städte undHerren zu neuer Wahl ein, zum Johannisfeste des folgendenJahres. Auf der lateranischen Loggia hatte er dem römischenVolke das ausschließliche Recht der Kaiserwahl zugesprochen,das römische Bürgerrecht über Italien ausgedehnt. Nun beriefer einen italienischen Bund mit nationalem Parlament, um Rom als dem Haupt eines nationalen Kaisertums den Boden zuschaffen.

Die Rüstungen hatten fortgewährt. Die Barone traten mitdem päpstlichen Legaten in Verbindung. Der Tribun erhieltUnterstützung vom Ungarkönig.

Der November war da, als die Barone den Angriff auf Rom beschlossen. Die Colonnesen führten sie. Am Abend des 19.rückten sie von den Ruinen der Villa der Quintilier an derAppia bis zur Basilika von S. Lorenzo vor.

Es war eine kalte Regennacht. Stefano Colonna der jün-gere, der den Zug führte, war unwohl. Man hörte in der Stadtdie Sturmglocken läuten.

Die Barone beschlossen umzukehren, aber zunächst inkriegerischer Haltung unter Trompetenschall bis zum Tor zuziehen, um von diesem aus in offenem, ehrenvollen Rückzugnach Palestrina zu rücken. Sie taten dies in drei Haufen. VorTagesanbruch waren zwei derselben abgerückt. Als dann diedritte Schar, in der sich die berühmtesten Ritter befanden, eingleiches tun wollte, sahen die 8 zugführenden Barone das Tor,von innen aufgesprengt, sich öffnen.