1068
Das 14. und 15. Jahrhundert
VIII.
Nachfolger Innocenz’ VI. wurde Wilhelm, Sohn Grimoardsvon Grisac aus Languedoc , ursprünglich Benediktinermönch,dann Professor in Montpellier, Abt von S. Victor in Marseille .Am 6 . November bestieg er in Avignon den heiligen Stuhlals Urban V.
Die Römer bemühten sich, dem neuen Papst das Dominiumihrer Stadt zu übertragen, und er anerkannte ihre demokrati-sche Verfassung, welche unverändert blieb.
In diese Zeit gehört auch die Reform der römischen Sta-tuten, welche im Jahre 1363 in einen städtischen Codex zu-sammengefaßt wurden. Albornoz bestätigte die Verfassung,wodurch der Adel von den Staatsämtern ausgeschlossen blieb.Die volksmäßige Obrigkeit dauerte fort, entweder neben demfremden Senator, oder, wie im Jahre 1365, ohne ihn regierend.
In dieser Epoche war die anarchische Adelsregierung undder Kampf der Faktionen vollkommen beseitigt. Die Schützen-miliz war heilsam. Sie machte die Stadt gegen die Soldbandenwiderstandsfähig. Diese Soldbanden, welche bald Kompanien(compania, companie) genannt wurden, waren die Hauptplageder Zeit.
Römische Gesandte beschworen den Papst, zurückzukehrenund die Hauptstadt der Christenheit vor dem Untergange zuretten. Urban V. erließ am 13. April 1366 eine Bannbulle widerdie Kompanien „den Auswurf aller Nationen, welche im Be-griff seien, die Kirche, die Könige und die Fürsten aus ihrenLändern zu verdrängen, und darin ihren bleibenden Sitz zunehmen.“ Er forderte die Soldkapitäne auf, innerhalb bestimm-ter Frist ihre Banden aufzulösen und die besetzten Städte heraus-zugeben. Er verbot allen Fürsten und Republiken sie in Dienstzu nehmen, und jedermann, unter ihren Fahnen zu dienen. Ererklärte alle Mitglieder einer Compania bis ins vierte Glied fürinfam. Er rief in Verzweiflung den Kaiser, die Fürsten und Bi-schöfe, die Städte und Völker der Welt auf, sich zur Ausrottungder furchtbaren Horden zu verbünden, und verhieß dafür voll-kommene Absolution.