Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1347 bis 1378

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gene Armbrust galt noch in der Mitte des 14. Jahrhunderts, alsdas Schießpulver den Kriegsgebrauch bereits zu verändern be-gann, als die furchtbarste Waffe.

Die Römer errichteten 1356 dieglückliche Genossenschaftder Armbrustschützen und Schildträger (felix societas balista-riorum et parmatorum). Diese Waffenbrüderschaft war nachden Regionen geordnet, und bildete eine Körperschaft mit poli-tischen Rechten. Vier Vorsteher (antepositi) machten ihrenobersten Rat aus. Ihre Häupter waren zwei Bannerführer (ban-derenses, banderesi), auf deren Wink die Schützen in allen Regi-onen bereit sein mußten.

Die Ausschließung der Aristokratie aus der Republik machtedie Demokratie zügellos. Im Sommer 1362 vertrieb das Volkdie noch in Rom wohnenden Edlen, selbst die Cavalerotti; undein verwegener Schuhmacher, Lello Pocadota, warf sich zumVolksführer auf. Der Papst nahm den Senator fortan aus ita-lienischen Städten, und zwar für 6 Monate, mit einem Gehaltvon anfangs 2500, dann von 1800 und xjoo Fl. (Florin, Ploreen,Goldgulden) für ihre Amtsdauer. Sie brachten ihre Kurie,6 Richter, 5 Notare, 2 Marschälle, ihre ritterlichen Familiären,20 gewappnete Reiter, und ebensoviel Kriegsknechte mit sich.

Das römische Volk hatte diese Neuerung längst und oftvom Papste begehrt, und war ihrer jetzt froh.

Neben den päpstlichen Senator aber setzte das Volk einendemokratischen Stadtrat ein, welcher solche Machtvollkommen-heit erlangte, daß er bald alleinherrschend werden mußte.

Innocenz VI. starb am 12. September 1362ein ernsterMann, für das Wohl der Kirche und ihrer Völker bemüht.(Gregorovius.)

Innocenz hatte noch ein Jahr vor seinem Tode die ernst-liche Absicht gehabt, die Stadt zu besuchen, wozu ihm derKaiser seine persönliche Begleitung bot. Doch Alter und Kränk-lichkeit verhinderten die Ausführung dieses Planes.

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