Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

die Stufen des Palastes herab zum Löwenkäfig und zu jenem Ma-rienbilde, wo einst der Senator Bertoldo gesteinigt worden war,wo Fra Monreale , Pandolfuccio und andere ihr Todesurteilempfangen hatten. Dort stand der Tribun, vom Volk umringt.Alles schwieg. Niemand wagte Hand an den Mann zu legen,welcher einst Rom befreit und die Welt zur Bewunderung hin-gerissen hatte.

Die Arme auf die Brust gekreuzt blickte er hin und her.Rasch stieß Cecco del Vecchio ihm den Degen in den Leib.Den zerrissenen und hauptlosen Körper schleifte man das Ka-pitol herab bis ins Viertel der Colonna. Man hing ihn nebenS. Marcello an einem Hause auf. Zwei Tage lang blieb dort dieSchreckensgestalt ausgestellt, das Ziel für die Steinwürfe derGassenbuben.

Der von Albornoz wider die Mörder Colas eingeleiteteProzeß wurde vom Papste niedergeschlagen, und es wurde Am-nestie erteilt. Die beiden städtischen Faktionen besetztenwiederum den Senat, und alles schien in die frühere Lage zu-rückgekehrt.

Fast unmittelbar nach Colas Ende, noch im Oktobermonat,kam der Böhmenkönig Carl IV. nach Italien . Am j. April 1355wurde derselbe in Rom als Kaiser gekrönt. Diese Vorgängehaben wir in unserem XVIII. Buche berichtet. (S. oben Seite836 bis 838).

VH.

In den Jahren 1357 und 1358 erfuhr die Stadt Rom eineUmwälzung ihrer Verfassung, welche das Ergebnis hatte,daß die Römer dem Papst das Dominium übertrugen und derPapst bestimmte, daß fortan nur ein Senator, und zwar einStadtfremder eingesetzt werden solle.

Im Herbst 1358 wurde ein Ritter aus Siena, Raymund deTolomeis, eingesetzt, mit welchem eine lange Reihe fremderSenatoren begann.

Auch eine neue, durchaus demokratische, Miliz bildete sichjetzt heraus. Dies waren die Bogenschützen. Die eisenbeschla-