Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Stadt gedrungen war, und wo vor xio Jahren Carl von Anjouseinen Einzug gehalten hatte.

Die Magistrate der Stadt zu Roß, die Milizen und dieArmbrustschützen, geleiteten und umgaben den TriumphzugGregors. Er ritt auf schöngeschmücktem Zelter unter einemBaldachin, welchen der Senator und andere Edle hielten, wäh-rend das Banner der Kirche von Juan Fernandez Heredia vorauf-getragen wurde. Der Graf von Fundi vom Haus Gaetani undmehrere Orsini wurden im Zuge bemerkt. Im Tor von S. Paulempfingen den Papst die Chöre der Geistlichkeit, und manübergab ihm die Schlüssel der Stadt. Die Prozession bewegtesich durch jene merkwürdigen Viertel Roms , welche zwischendem Tiber , dem Scherbenberg und dem Aventin durch die Mar-morata zum Kapitol und nach S. Marco führten, von wo Gre-gor XI. auf der Via Papalis durch das Marsfeld weiter nach demS. Peter zog.

Die Römer hatten die Straßen mit bunten Teppichen ge-schmückt, und selbst die Dächer bedeckte jauchzendes Volk.

Der Zug erreichte den von 18 ooo Lampen funkelnden S.Peter erst am Nachmittag. Erschöpft konnte sich endlich derPapst am Apostelgrabe zum Gebete niederwerfen. So war dassiebenzigjährige Exil beendigt.

Am 27. März 1378 starb Gregor XI .

Das Pontifikat des letzten und unglücklichsten der PäpsteAvignons war kurz und freudelos gewesen; nichts als Kampfwider den Sturm, sein moralisches wie körperliches Leidengleich groß. Bekümmernis und Siechtum hatten Gregor XI. schon mit 47 Jahren zum Greise gemacht. Man trug den Totenin den S. Peter, wo man die ersten Exequien feierte, Tags daraufnach S. Maria Nuova auf dem Forum, von welcher Kirche erKardinal gewesen war, und wo zu ruhen er begehrt hatte.