Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

sehen Volkes folgend, welches ihm das dominium temporalegab und seine Rückkehr jubelnd begrüßte.

In der Zeit von König Ladislaus Abzug aus Rom bis zurRückkehr Innocenz VII. aus Viterbo nach Rom war über Rom eine politische Sturmflut hingegangen.

Das Volk verteidigte die Herrschaft des Papstes und warfdie Verfassung vom 27. Oktober 1404 um.

Eine Gelegenheitsursache für den Ausbruch der Revolutionwar die Besetzung der Milvischen Brücke (Ponte Molle ), welchevertragsmäßig dem Papst gehörte, durch die Päpstlichen. Päpst-liche lagerten dort, um den Römern den Zugang zum Vatikan von dieser Seite zu versperren, während die Engelsburg denZugang von der Stadtseite schloß. Die Römer forderten dieAuslieferung der Brücke, unter dem Vorwände, daß der An-marsch des Königs Ladislaus zu befürchten sei. Am 2. Augustmachten sie dort einen nächtlichen Überfall, und wurden zu-rückgeworfen. Sie zogen lärmend auf das Kapitol. Die Sturm-glocke läutete. Man stürmte gegen die Engelsburg . Aber diePäpstlichen hielten stand. Die Römer warfen Schanzen auf.

In den folgenden Tagen unterhandelte man. Der Papstwilligte darein, daß die Milvische Brücke in der Mitte so abge-brochen werde, daß sie unbenutzbar gemacht würde.

Am 6 . August 1405 gingen 14 angesehene Volksabgeord-nete in den Vatikan. Sie redeten stolz und heftig. Sie tadeltenden Papst, weil er nichts zur Beilegung des Schismas tue. DieUnterhandlung blieb erfolglos.

Die Deputierten stiegen zu Pferde, um nach der Stadtzurückzureiten.

Aber bei S. Spirito überfiel sie der Neffe des Papstes, Ludo-vico Migliorati, mit seinen Mannschaften. Dieser höchst leiden-schaftliche junge Nepote war durch die unablässige Peinigungdes Papstes, seines Oheims, vonseiten der Römer, zu solchemZorn hingerissen, daß er beschloß, die Deputierten auf der Stelledem Tode zu überliefern.