Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1378 bis 1420

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Er ergriff elf jener Gesandten, ließ sie in das Hospital von S.Spirito schleppen, überhäufte sie mit Schmähungen, hieb sieeinen nach dem andern nieder, und ließ ihre Leichen aus demFenster auf die Straße werfen. Es befanden sich darunter zweiGovernatoren der römischen Republik, mehrere Regionenkapi-täne, alle im Volk hochgeehrt, einige von anerkannt gemäßigterGesinnung.

Als der Ruf erscholl, daß die Gesandten des Volks vomNeffen des Papstes ermordet seien, als man ihre Leichname aufder Straße liegen sah, erhob sich ganz Rom in wütender Ent-rüstung und in tobendem Aufruhr. Die in der Stadt befind-lichen Curialen wurden mißhandelt und eingekerkert, die Pa-läste der Kardinäle in Brand gesteckt. Man läutete Sturm.

Der Papst, an der Freveltat unschuldig, fühlte sich vonEntsetzen gelähmt. Er beschloß zu fliehen.

Gegen die Nacht des 6 . August zog der Papst mit seinemblutschuldigen Neffen, seinem Hof und den Kardinälen vondannen, vorauf Reiterei, dann das Gepäck, dann der Papst mitden Priestern. Reiterei schloß den Zug.

Angst, Hitze und Anstrengung töteten dreißig vom Ge-folge des Papsts, die auf dem Wege liegen blieben. Vor denAugen des Papstes stachen nachdringende Römer einen Höflingnieder, und erschlugen den Abt des Klosters S. Peter von Peru-gia.

Nach maßlosen Anstrengungen und Schrecken gelang esden Flüchtlingen, das sichere Viterbo zu erreichen.

In Rom hatte inzwischen das Volk den Vatikan geplündertund dessen Archiv verwüstet.

Die Colonna riefen König Ladislaus um Hilfe an, und dieserschickte den Grafen von Troja mit 3000 Reitern nach Rom.

Die Bürgerschaft wies diese Hilfe empört zurück. Ihnenschlossen sich einige Adlige (Paul Orsini, Oddo Colonna, PetrusStefaneschi) an. Der Graf von Troja wurde von ihnen in einerSchlacht auf den Wiesen des Nero in die Flucht geschlagen.