1088
Das 14. und 15. Jahrhundert
In plötzlicher Umkehr bat das römische Volk nunmehrden Papst, nach Rom zurückzukommen.
Am 13. März hielt Innocenz seinen Einzug durch die PortaPortese.
Der Nepot des Papstes, Ludovico Migliorati, dessen Blut-schuld diese Revolution veranlaßt hatte, zog stolz zu Roß mitseinem Oheim in den Vatikan ein. Kein Richter hatte ihn be-straft, der Papst ihm nur eine geistliche Buße auferlegt, dannaber ihn zum Markgrafen von Ancona und Grafen von Fermo ernannt. Als ob nichts geschehen sei, war Ludovico Miglio-rati nach wie vor ein Gegenstand der Achtung und der Furcht.
Der Nepot leitete jetzt die Belagerung der Engelsburgneben Paul Orsini. Zugleich wurde die neapolitanische Parteiim Landgebiet bekriegt. Kastell Giubileo und Kastell Arcionebei Tivoli wurden erstürmt.
Colonna, Savelli, Anibaldi, Poli, Jacob Orsini, Conradinvon Antiochia und fast alle Landbarone hingen Ladislaus an,von dem sie ihre Wiederherstellung erwarteten. Aber derKönig sah seine Krone in Gefahr, und eilte, den Papst zu ver-söhnen. Ein Waffenstillstand wurde vor den Toren Roms inCasale „Tor’ di Mezza Via“ (zwischen Albano und Rom ) am29. Juni 1406 abgeschlossen.
Paul Orsini und Migliorati gingen nach Neapel und brach-ten am 6. August den Friedensvertrag nach Rom zurück.
Am 9. August war die Engelsburg dem Papst überliefertworden, und so konnte sich Innocenz VII. in Frieden den HerrnRoms nennen. Zum Senator machte er Pier Francesco de Bran-caleone von Kastell Durante. Die Unterwürfigkeit der Römerbelohnte er durch Herstellung ihrer von Bonifacius VIII . 1313gegründeten, inzwischen verfallenen Universität (Sapienza ).
Am 1. September 1406 hatte Innocenz eine Bulle erlassen,worin er erklärte, er wolle das Studium der Wissenschaften undder freien Künste, die, abgesehen von ihrem Nutzen, der größteSchmuck einer Stadt seien, wieder nach Rom zurückführen.Deshalb sei seine Sorge dahin gerichtet, die in jeder Wissenschaft