Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1420 bis 1447

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In den Mauern Roms,einem gebrechlichen Flickwerk ausMarmorstücken, Steinen, Scherben und Ziegeln, sah Poggioauch nicht eine Spur des Altertums mehr. Er umschritt sie undfand, daß sie etwa io Millien im Umkreis betrugen, die Leoninanicht mitgerechnet. Er zählte 379 Türme. Diese Zählung istdie erste, die seit den Mirabilien gemacht wurde.

III.

Für das Stadtbild im Ganzen sind noch folgende Momentehervorzuheben.

Man sah in Rom kaum anderes Straßenpflaster als die Resteder antiken Pflasterung. Aber wenige Straßen liefen noch inder alten Richtung fort, wie die Subura , Caput Africae, die Me-rulana, die Via Lata, die Via in Silice , die Ascensa, der ClivusScauri, Magnanapoli. Ihre Namen waren von Monumenten, Ge-schlechtern, Türmen, Kirchen, von Zünften und anderen lokalenEigenheiten hergenommen. Man kann sich diese Straßen nichtregellos genug denken. Sie wurden durch Schutt, Sümpfe undAckerland unterbrochen.

Die römischen Fläuser jener Zeit bestanden durchweg ausZiegelstein.

Das Untergeschoß größerer Häuser war oft laubenartigdurch vorgebaute Bogen geziert, welche auf Säulen ruhten.Man nahm diese von antiken Monumenten; man verkürzte dieprachtvollsten Marmor- und Granitsäulen, um sie dem Hauseanzupassen.

In der eigentlichen Stadt hatten sich die burgartigen Woh-nungen des Adels mit ihren Türmen erhalten, die meisten Häu-ser aber waren zerfallen. Viele Kirchen standen ohne Dach,andere waren in Pferdeställe umgewandelt worden. Selbst dieSt. Pauls-Basilika war von diesem unwürdigen Schicksal nichtverschont geblieben. Das Dach war teilweise eingestürzt, so daßRegen, Schnee und Hagel eindringen und das Zerstörungswerkfortsetzen konnten. Am Abend trieben die Hirten der Campagnaungehindert ihre Viehherden in die Kirche, um sie dort wie ineinem Stall übernachten zu lassen. Furchtbar verwüstet war die