Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Leostadt: nicht nur die nach St. Peter führenden Straßen und derVorhof von St. Peter selbst lagen in Trümmern, auch die Stadt-mauern waren hier zerfallen, so daß nachts aus der verödetenCampagna Wölfe hereinkamen, die vatikanischen Gärten un-sicher machten und auf dem neben St. Peter gelegenen CampoSanto die Toten aus ihren Grüften scharrten.

IV.

Als Martin V. seine Residenz in Rom aufgeschlagen hatte(1420), begann er die Restauration der Stadt durch Organisationder Baupolizei. Sodann betrieb er zunächst die Hinwegräumungdes Schmutzes und Schuttes, der die Straßen füllte und die Luftverpestete.

Er erneuerte durch Berufung zweier römischer Bürger, desNicola Porcari und Marcello Capodiferro, das Amt der Wegauf-seher (Magistri viarum) mit dem Auftrag, zunächst die Straßenwieder gangbar zu machen. Er gab ihnen gleichzeitig das ab-solute Recht der Expropriation.

Scharfe Maßregeln ergriff Martin gegen das Räuberunwesen,das sich zu einer wahren Plage für die arme Stadt und ihre ver-ödete Umgebung gestaltet hatte. In den Urkunden werden dieErrichtung von Gefängnissen und ein päpstlicher Polizeiministerunter dem Namen Soldanus erwähnt. Einige Räubernester inder Umgebung Roms wurden zum abschreckenden Beispiel demErdboden gleichgemacht.

Seit 1423 wurde die Engelsburg restauriert.

In der Campagna wurden umfassende Entwässerungsarbei-ten angeordnet.

Unter den Gebäuden Roms wandte Martin V. seine Auf-merksamkeit vor allem den verwahrlosten Kirchen zu. Er er-kannte aber, daß es ihm unmöglich sei, hier ohne die MitwirkungAnderer zu helfen. So wendete er sich an die Kardinäle, undmunterte sie zur Wiederherstellung ihrer Kirchen auf. DieKardinäle entsprachen dieser Aufforderung. Für die Pfarrkir-chen und Hauptbasiliken sorgte der Papst selbst in reichlichstem