Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

Die 3% Jahre, welche Eugen nach seiner Rückkehr noch inRom regiert hatte, waren von ihm vorzugsweise dem Ziel einerEinigung mit dem deutschen König, dem späteren Kaiser, Fried-rich III. gewidmet. Als sogenanntes Konkordat war diese Eini-gung am 7. Februar 1447, sechzehn Tage vor dem Tode desPapstes, zustande gekommen.

Im Dezember 1446 war eine Gesandtschaft Friedrichs III. nach Rom gekommen. Sie wurde am ersten Meilenstein vomgesamten Klerus feierlich eingeholt.

Die Deutschen bezogen ein Haus am Kapitol, wo sie derapostolische Thesaurar im Namen des Papstes begrüßte. In derAudienz, zu der die Gesandtschaft um die Weihnachtszeit vor-gelassen ward, hielt Eneo Silvio Piccolomini die Ansprache anden Papst.

Die großen Schwierigkeiten des Abschlusses eines Kon-kordates minderte die tödliche Krankheit, in welche Eugen zuAnfang des Januar 1447 verfiel. Als er sein Ende nahe fühlte,war es sein sehnlichster Wunsch, das deutsche Reich wieder mitRom fest verbunden zu wissen.

Als Eugen seine Todesstunde nahen fühlte, berief er dieKardinale.

Mit Genugtuung sprach er von der Union mit Deutschland ,die er dem römischen Könige, dem Erzbischof von Mainz unddem Markgrafen von Brandenburg verdanke.

Der Rückblick auf das Leben Eugens IV. darf sein Verhält-nis zur Renaissance nicht ignorieren.

Der ganze Bildungsgang Eugens IV., der auch auf dempäpstlichen Thron der strenge Mönch blieb, brachte es mit sich,daß er von jener geistigen Bewegung, die man Renaissance nennt,unberührt blieb. Indessen fehlte es ihm, der noch als Kardinalgriechisch gelernt und bereits als Bischof von Siena Beziehungenzu den Humanisten gehabt hatte, durchaus nicht an Interessefür die Wissenschaft, wie er das gleich zu Beginn seiner Re-gierung durch die Neubegründung derdurch das Unglück derZeiten und die Kirchenspaltung völlig zugrunde gerichteten