Von 1420 bis 1447
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gerei und Eitelkeit. Doch sage ich: er hielt uns mit großer Zuchtund im Wohlstände. So lange er lebte, galt der Rubbio Korn12 Carlin; nach seinem Tode stieg er in ij Tagen auf 22, sodaßdie große Mehrheit des Volkes sehr bekümmert war.“
VII.
Papst Eugen IV. ernannte zum Nachfolger des Vitelleschiden Erzbischof von Florenz, Ludovico Scarambo, welcher, ob-wohl ursprünglich Arzt, ein hervorragender Kriegsmannwar und, zum Kardinal ernannt, militärisch und diplomatischso geschickt operierte, daß Papst Eugen am 28. September 1443,unbehelligt von seinen auswärtigen Feinden, von den Römernsehnsüchtig erwartet, in Rom einziehen konnte.
Dasselbe Volk, welches ihn einst auf dem Tiber wütendverfolgt hatte, strömte ihm jetzt meilenweit über Ponte Molle entgegen und empfing ihn mit Huldigungen. Fünf Kardinälebegleiteten ihn. Er blieb die Nacht im Kloster S. Maria delPopolo. Am folgenden Morgen begab er sich in Prozession,unter einem Baldachin einherreitend, nach dem Vatikan.
Nach einem Exil von mehr als neun Jahren fand EugenRom fast in demselben Elend wieder, in welchem es Martin V. gefunden hatte.
Sein Biograph sagt von dem damaligen Rom: „Die Stadtwar durch die Abwesenheit des Papstes wie ein Dorf von Vieh-hirten geworden. Schafe und Kühe trieb man darin umher,sogar dort wo jetzt die Banken der Kaufleute stehen.“ Der täg-liche Anblick von Köpfen oder Gliedern gevierteilter Menschen,welche an den Toren festgenagelt, oder in Käfigen, oder aufLanzen ausgestellt waren, oder das tägliche Schauspiel von Ver-brechern, die man in den Kerker und auf die Richtplätze ab-führte, mochte selbst die abgehärteten Nerven der damalsLebenden erschüttern.
Eugen nahm für 19 Tage Wohnung im Vatikan, woraufer den Lateran bezog, aus dem er dann wiederum in den Vatikan übersiedelte, in welchem er am 23. Februar 1447, im Alter von62 Jahren, verschied.
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