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Das 14. und 15. Jahrhundert
Giovanni Vitelleschi, Patriarchen von Alexandria , dem drittenVater der Stadt Rom nach Romulus.“
Vitelleschi zog als Triumphator in das zitternde Rom ein,wo jetzt sein Wille Gesetz war.
Auf dem damaligen Wege vom Lateran nach S. Maria Mag-giore empfingen ihn am Triumphbogen des Gallienus die Re-gionenkapitäne und die Magistrate, Fackeln in ihren Händen.
Das Olivenzweige tragende Volk und Prozessionen derGeistlichkeit geleiteten ihn mit Musikchören durch die ge-schmückten Straßen nach S. Lorenzo in Damaso. Man rief: „eslebe der Patriarch, der Vater der Stadt!“
Er saß geharnischt auf seinem Streitroß, dessen Zügel an-gesehene Bürger hielten, während abwechselnd i z Edle aus jederRegion einen goldenen Baldachin über seinem Haupte trugen.Er betete zuerst in S. Lorenzo, und bezog dann seine Wohnungin dem dortigen Palast. Hier erschien eine Gesandtschaft derBürger, ihm einen mit Gold gefüllten Pokal zu überreichen.
Die gefangenen Rebellen wurden hingerichtet.
Poncelletto Venerameri, welcher Leiter des ersten Auf-standes gewesen, dann aber zum Verräter des Aufstandes umGeld geworden war, und jetzt gegen Vitelleschi gestanden hatte,wurde am ii. September 1436 durch die Stadt geschleift, mitglühenden Zangen gezwickt, und dann auf dem Richtplatz imCampo di Fiore gevierteilt.
Vitelleschi herrschte als ein Tyrann, wie es in der ganzenGeschichte Roms wenige gegeben hat, bis er am 2. April 1440in der Engelsburg als Leiche gefunden wurde; ob durch eigeneHand an Vergiftung gestorben, oder ermordet, ist dunkel. Manbrachte den Toten, kaum bekleidet, nach S. Maria sopra Mi-nerva, wo man ihn öffentlich ausstellte. Später erlaubte manseinen Verwandten, ihn im Dom zu Corneto zu begraben.
Ein römischer Chronist schrieb zu Vitelleschis Tode:
„Ich weiß nicht, ob dies ein Urteil Gottes war. Er war einMensch ganz voll von Grausamkeit, Hochmut, Zorn, Schwel-