Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1447 bis 1484

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dann bald einen juristischen Lehrstuhl, den er mit großem Er-folg bekleidete.

Die Beurteilung seines päpstlichen Wirkens war bei denZeitgenossen und ist bei den Geschichtsschreibern nicht einheit-lich.

Das italienische Nationalbewußtsein der Zeit empfand esbitter, daß die päpstliche Würde an einen Ausländer gekommenwar. Vespasiano da Bisticci gebrauchte scharfe Worte über dieWahl des katalanischen Greises, während doch selbst in Kon-stanz ein Italiener durchgesetzt worden war.

In Rom hatte Calixtus III. den unbestrittenen Ruhm einesbillig denkenden, gerechten und freimütigen Mannes.

Der neue Papst, schrieb am 3. Mai 1455 der Procuratordes Deutschen Ordens dem Hochmeister,ist ein alter Herr vonehrbarem und tugendhaftem Leben und ganzen guts Gerüchts.

Auch sonst wird viel Gutes über Alfonso de Bor ja berichtet.

Streng gegen sich selbst lehnte er doch als Bischof wieals Kardinal jedes andere Benefizium ab, war er gutmütig undmild gegen andere. Arme und Bedürftige fanden bei ihm stetsTrost und Hilfe.

Der Sienese Bartolomeo Michele spendete den Eigenschaftendes Neugewählten, mit dem er schon früher bekannt geworden,am Tage nach der Wahl in einem Schreiben an seine Vaterstadthohes Lob:Er ist ein Mann von größter Heiligkeit des Lebens-wandels und Gelehrsamkeit, sagte er.Er ist Katalane, Freundund Anhänger des Königs Alfonso, in dessen Diensten er war.Unserer Stadt hat er sich stets geneigt gezeigt. Seine Natur istfriedlich und gütig. Zugleich ermahnte Michele die Sienesen,eine möglichst glänzende Gesandtschaft nach Rom zu sendenund berühmte und würdige Männer dafür auszuwählen, dennder Papst sei höchst einsichtig und gelehrt.

Geklagt wurde von den Humanisten, welche durch Nico-laus V. zahlreich zu bedeutenden Stellungen erhoben waren, daßCalixtus dem Humanismus wenig geneigt und daß er geizig sei.