Von 1447 bis 1484
1141
Castro eilte mit seiner Entdeckung zum Papst.
„Heute“, so rief er, „verkündige ich Euch den Sieg überdie Türken, nämlich 300 000 Dukaten jährlicher Einkünfte.Ich fand sieben Berge so voll von dem besten Alaun, daß siehinreichen, sieben Weltteile damit zu versorgen.“
Die Gruben wurden in Gang gebracht. Genuesen erkauftendaraus zuerst für 20 000, Cosimo Medici für 70 000 Dukaten.Der entzückte Papst sagte jetzt, daß Johann einer öffentlichenStatue würdig sei. Hofdichter besangen ihn.
In einer Bulle erklärte Pius II. die Auffindung der Alaun-grube für ein Wunder und einen göttlichen Beitrag zum Türken-kriege, und er forderte die Christenheit auf, diesen Färbestofffortan nicht mehr bei den Ungläubigen, sondern im Patrimo-nium Petri zu kaufen.
Der Gewinn der Gruben wurde in der Tat für den Türken-krieg ausgesetzt. Man berechnete den Ertrag der apostolischenKammer auf 100 000 Goldgulden.
XII.
Im April desselben Jahres (1462) war in Rom durch Pius II. eine große Veranstaltung getroffen worden, deren indirekteVeranlassung ebenfalls in Byzanz lag, und welche gleichfallsdem vom Papste mit glühendem Eifer betriebenen Plan des gro-ßen Türkenkrieges dienstbar gemacht wurde, nämlich die Über-führung des Hauptes des Apostels Andreas nach Rom .
Mit dieser Reliquie hatte es folgende Bewandtnis. DerApostel Andreas , der Bruder Petri, wie dieser als Fischer in Ca-pernaum von Christen zur Nachfolge berufen, war in Patras gekreuzigt worden. Dort wurde sein Totenschädel verwahrt,bis derselbe im Jahre 1460, bei dem Einbruch der Türken, nachCorfu und von dort über Arcona nach Narni gerettet wurde„als letztes Kleinod des orientalischen Christenreichs.“
Im April 1462 wurde die Reliquie von den KardinälenBessarion, Piccolomini, Oliva, aus Narni nach Rom geholt. AmPalmsonntag, den 12. April, traf sie auf den Wiesen bei Ponte