Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

keinen ernsthaften Versuch, eine politische Partei zu bilden.Anstatt dessen rotteten sie Altersgenossen zusammen, um Rom mit Schrecken zu erfüllen. Man zählte gegen 300 trotzigeJünglinge, darunter Söhne angesehener Häuser, wie der Specchi,Renzi und Rossi, welche die Stadt bei Tag und Nacht bewaffnetdurchzogen.

Der Governator mußte sein Haus auf Campo di Fiore ver-lassen und nach dem Vatikan flüchten. Dies machte die Re-bellen dreister. Sie fingen Bürger, die sich dann loskaufenmußten. Sie raubten Frauen, ertränkten widerstrebende Mäd-chen, plünderten Häuser von Gegnern.

Nach vielen Schandtaten wurden Ende Oktober Tiburtiusund mehrere seiner Genossen in einem Rohrdickicht in derNähe von Rom ergriffen, auf das Kapitol geführt und dortgehenkt.

Die Justiz ereilte im März 1461 noch elf dieser römischenBanditen, welche ihre Raubzüge von Palombara aus fortgesetzthatten.

Dies war der schließliche Ausgang der Verschwörung Por-caros.

Das Papstkönigtum war dadurch befestigt und gegen Ver-schwörungen gesichert. Die sogenannte Verschwörung von 1468,über welche wir später berichten, liegt auf einer anderen Linieund steht in ganz anderen Zusammenhängen.

XI.

Das Jahr 1462 brachte ein sehr merkwürdiges Ereignisglücklichster Art für die Finanzen des Papstes, nämlich die Ent-deckung äußerst reichhaltiger Alaungruben in dem "Waldgebirgevon Tolfa unweit Civitavecchia . Der Entdecker war Giovannide Castro, der Sohn des Juristen Paul de Castro . Durch denFall von Byzanz, woselbst der junge Castro große Reichtümerdurch türkischen Alaun erworben hatte, hatte derselbe sein Ver-mögen verloren und war zur Flucht genötigt. Als er in demGebirge von Tolfa auf Alaun mutete, wurde er bald des Be-fundes sicher.