Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1447 bis 1484

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anzuflehen; jedoch Gabadeo, ein Freund, welcher ihn dorthinbegleitet und den auf der Straße Wartenden angemeldet hatte,wurde vom Kardinal festgehalten. Porcaro entwich zu einerzweiten Schwester nach dem Viertel Regola. Auf der Folterbekannte unterdessen der Gefangene des Kardinals den Zufluchts-ort des Ritters, und der unglückliche Freiheitsschwärmer wurdeschon am Morgen aus dem hölzernen Kasten hervorgeholt, inden ihn die Schwester verschlossen hatte. Man führte ihn indie Engelsburg. Die Priesterschaft war in Schrecken, der Papstaußer sich.

Der Prozeß wurde mit ungewohnter Schnelligkeit beendigt.Am 9. Januar, drei Stunden vor Tagesanbruch, führte manden Ritter zur Hinrichtung ab. Er war vom Kopf bis zumFuß schwarz gekleidet. In einem Turm des Kastells ward eraufgeknüpft.

Noch an demselben Tage wurden 9 Verschworene aufdem Kapitol gehenkt. Ihnen folgten andere Opfer. Die Städte,wohin manche sich geflüchtet hatten, selbst Venedig, liefertensie aus. Auch der tapfere Krieger Battista Sciarra verlor seinenKopf.

Die Anhänger der alten republikanischen Stadtverfassung,zu welchen noch jahrhundertelang das angesehene Geschlechtder in Rom angesessenen Porcari gehörte, verehrten das An-denken des Stefano Porcaro als des Märtyrers der römischenFreiheit.

Im Jahre 1460, als Papst Pius II. (seit Januar 1459) ab-wesend von Rom war, wohin er erst im Oktober 1460 nachdem Scheitern des nach Mantua berufenen Fürstenkongresseszurückkehrte, ist Rom noch einmal durch eine mit Erinne-rungen an die Verschwörung des Porcaro verbundene Bewegungernstlich beunruhigt worden. Diese knüpfte sich an die Namender Brüder Tiburtius und Valerianus , deren Vater mit StefanoPorcaro gehenkt worden war.

Blutrache und politischer Freiheitsdrang waren wohl dieursprünglichen Triebfedern jener Brüder. Aber sie machten