Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das 14. und 15. Jahrhundert

X.

Ein Vorgang, welcher in den letzten Regierungsjahren Ni-colaus V. begann, sich aber durch die Regierungszeit Calixtus II. bis in diejenige Pius II. fortsetzte, und welcher unter demNamenVerschwörung des Porcaro bekannt ist, muß hierwegen der restlos blutigen Sühne, mit welcher er endete, undals endgültige Probe auf den Sieg der weltlichen Herrschaft desPapsttums in Rom genauer berichtet werden.

Stefano Porcaro,ein humanistischer Demagoge altenritterlichen Standes, war von Papst Nicolaus V. nach Bologna in Ehren verbannt worden (1448).

Von dort aus betrieb er eine breit angelegte Verschwörungwider Thron und Leben Nicolaus V., wobei er sich in ersterLinie auf seine Verwandten in Rom stützte.

Sein Neffe Battista Sciarra warb Söldner in Rom .

In den Häusern zweier reicher und angesehener Schwester-männer Stefanos, des Angelo di Maso und des Giacomo di LelloCechi, wurden Waffen versteckt, und selbst im Vatikan war einanderer Neffe des Ritters, der Domherr Niccolo Gallo , in dieVerschwörung eingeweiht. Als die Umwälzung hinlänglich vor-bereitet schien, eilte Porcaro zu Pferde in vier Tagen nach Rom .Hier trat er, in einem goldgestickten Gewände und mit goldenenKetten geschmückt, unter die Verschworenen, denen ein Mahlim Hause Angelo gegeben wurde.

Der Plan war, während des Festes Epiphanias (am 6. Januar1453) Feuer in die vatikanischen Ställe zu werfen, worauf Por-caro den Papst und die Kardinäle festnehmen und sich derEngelsburg bemächtigen wollte. Im äußersten Falle wollte manselbst den Papst umbringen.

Aber der Plan wurde verraten.

Die Polizei verhaftete viele Verschworene in ihren Häusernund suchte nach dem Ritter, auf dessen Kopf ein Preis gesetztward. Dieser verkleidete sich, und ging nachts nach dem Pa-last des Kardinals Latinus Orsini, dessen Großmut um ein Asyl