Von 1447 bis 1484
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Vater Maximilians vor dem Pontifex Maximus . Bei der Weih-nachtsprozession eilte er herbei, ihm den Steigbügel zu halten.
Als Kaiser und Papst unter einem Baldachin daher ritten,sah Rom zum letztenmal die zwei Häupter der Christenheitnebeneinander durch die Straßen ziehen.
Dem Kaiser ward das Schwert voraufgetragen, wie in alter
Zeit.
Alle Körperschaften der Stadt und die Gesandten der Für-sten bewegten sich zu Pferde in diesem glänzenden Zuge. Aufder Engelsbrücke erteilte der Kaiser zahllosen Deutschen denRitterschlag, wobei der Papst eine Stunde lang anwesend blieb.
Die Unterhandlung wegen des Türkenkriegs blieb frucht-los, und den Vorschlag eines Fürstenkongresses lehnte der Papstab.
Dagegen bewilligte der Papst dem Kaiser die Errichtungeines Bistums in Istrien.
Schon am 9. Januar 1469 verließ der Kaiser Rom, in derStille des Morgengrauens, ohne Sang und Klang.
Der vorstehend berichtete Hergang des Jahres 1468 liefertdem Kenner der (außerhalb des Rahmens unseres Werkes liegen-den) Geschichte der habsburgischen Politik während der Regie-rung Friedrichs III. (1440—1493) das Schlußbild zu jenem Ver-halten Friedrichs III , welches der Errichtung einer reformiertendeutschen Nationalkirche seit 1439 (Baseler Konzil) zuwiderwirkte, in den Jahren 1445, 1446 Friedrich zum Verkauf seinerObedienz an den Papst um 320 000 Dukaten und die Zusage derKaiserkrönung führte, sowie in den Jahren 1447, 1448 (WienerKonkordat), brachte diejenigen Abmachungen, welche bis 1806für die Beziehungen der deutschen Kirche zu Rom maßgebendblieben. *)
*) A. Bachmann „Deutsche Reichsgeschichte im Zeitalter Friedrichs III. und Maximilians I.“ 2 Bände, 1884—1894. W. v. Pastor „Geschichte derPäpste“ Bd. I, 9. Aufl. 1926, S. 348 ff. Vgl. auch F. Gregorovius „Geschichteder Stadt Rom im Mittelalter“ 4. Aufl., Bd. VII, S. 90 ff.