1146
Das 14. und 15. Jahrhundert
XIII.
Ein, im Gegensatz zu dem mystisch-religiösen Kirchenfestvon 1462, rein politischer Vorgang von lediglich weltlichem Ge-präge, ist aus dem Jahr 1471 zu berichten.
Am 14. April 1471 vollzog in Rom Papst Paul II. mit ver-schwenderischer Pracht die Verleihung der Würde eines Her-zogs von Ferrara an den Herzog Borso von Modena.
Borso brach am 13. März 1471 mit einem königlichen Ge-folge von Ferrara auf. Man sah in dem Zuge die Herren vonCarpi, Correggio, Mirandola und Scandiano , zahlreiche Ritter,im ganzen mehr als 700 Pferde und 250 Maultiere, letztere sämt-lich mit kostbaren Decken, zum Teil mit Wappen der Estegeschmückt. Paul II. sandte seinem Freunde den Erzbischofvon Spalato zur Begrüßung entgegen.
Eine zeitgenössische Aufzeichnung sagt, daß nach dem Ur-teil der Römer noch niemals ein König oder ein Kaiser mit sogroßen Ehrenbezeigungen seinen Einzug hielt wie dieser Herzog.
Festliche Musik ertönte in den auf das reichste ausge-schmückten Straßen, welche der Herzog auf seinem Wege zumVatikan passierte. In das Geschmetter der Trompeten mischtesich der Jubelruf der Menge: „Paulo, Paulo! Borso, Borso!“ DerPapst saß auf einem mit Gold und Elfenbein verzierten Throne,als er Borso empfing.
Zur Wohnung wurde dem Herzog der Palast angewiesen,welchen nahe dem Vatikan Kardinal Longueil erbaut hatte. Dasübrige Gefolge wurde auf Kosten der Apostolischen Kammer inden schon damals sehr zahlreichen Gasthäusern untergebracht.
Am Ostersonntag fand die feierliche Erteilung der Würdeeines Herzogs von Ferrara an Borso statt. Alle in Rom an-wesenden Kardinäle, Bischöfe, Prälaten, sowie die ganze Kuriehatten sich in der Basilika des Apostelfürsten versammelt, wo