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Das 14. und 15. Jahrhundert
Auf Paul II. müssen wir an dieser Stelle in besonderer Weiseeingehen.
Paul II. war durch schwere Schicksalsschläge gehemmt,welche die Stadt heimsuchten. Überschwemmung, furchtbareStürme und Erdbeben versetzten die Bewohner wiederholt inSchrecken und Not. Hierzu kamen noch Pestseuchen, die sofurchtbar wüteten, daß im Jahre 1464 ein Gesandter bemerkt,eine jede Kardinalswohnung sei zu einem Hospital geworden.Die Seuche dauerte selbst in den kälteren Monaten fort undkehrte auch in den folgenden Jahren wieder.
Mit richtigem Blick erkannte Paul II. , daß eine Verbesse-rung der sanitären Verhältnisse nur durch größere Reinlichkeitmöglich sei. Er ließ deshalb die Straßen säubern und die ver-schwemmten Abzugskanäle und Wasserleitungen instand-setzen.
Ein Feind alles gewalttätigen Wesens, wollte Paul II. vorallem seiner Residenz den Frieden sichern. Seine Regierungs-weise war eine glückliche Mischung von Strenge und Milde.
Kein Übeltäter entging seiner Strafe. Nur Todesurteilewurden fast nie vollstreckt. Als man dem Papste wegen dieserMilde Vorstellungen machte, fragte er: ob es denn eine kleineSache sei, das Leben einem so wunderbaren Werke Gottes zunehmen, wie es der Mensch sei, für den die Gesellschaft langeJahre hindurch so viele Mühe auf gewandt?
Paul ließ auch das römische Stadtrecht (Zivilrecht, Krimi-nalrecht, Verwaltung) revidieren, kodifizieren, drucken (1471).Der Stadt war darin weitgehende Autonomie gewahrt.
Die Sympathien der Bewohner seiner Residenz zu gewinnen,ließ Paul II. sich außerordentlich angelegen sein. Im Jahre 1466schenkte er dem römischen Volke die Goldene Rose. Jubelndtrug man die ehrenvolle Gabe durch die Straßen.
Am meisten aber gefiel den Römern die Pracht, mit welcherdie Volksfeste, vor allem der Karneval, ausgestattet wurden.
Bisher hatten die Karnevalslustbarkeiten auf der PiazzaNavona, dem Kapitolsplatze und dem Monte Testaccio statt-