Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Renaissance

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Kirche seines Ordens, S. Maria sopra Minerva, die er gleichfallsmit Malereien geschmückt hatte.

Für die Kenntnis und Verbreitung der griechischen Lite-ratur, deren unvergänglichen Wert für die Geisteskultur Nico-laus V. mit tiefem Verständnis erkannte, hat der von Nicolausin Rom vereinigte Gelehrtenkreis namhaftes geleistet, insbeson-dere durch Übersetzungen. Bedeutungsvoll ward insbesonderedie vom Papst angeregte Übersetzung des Aristoteles . Der Bo-tanik erwies Nicolaus V. einen Dienst, indem er das Pflanzen-werk des Theophrast übersetzen ließ. Für die mathematischenWissenschaften war die Übertragung des Archimedes, die JacopoCremonese lieferte, von hohem Wert. Die Kenntnis der grie-chischen Geschichte und Geographie wurde dadurch gefördert,daß an die Stelle der bisher üblichen lateinischen Kompilationenzum erstenmal der Text der großen griechischen Geschichts-werke trat. Herodot, Thukydides, Xenophon, Polybius , Arrian,Diodor, Appian, Plutarch, Strabo wurden übersetzt und so demVerständnis und Studium des lateinischen Abendlandes zu-geführt.

IV.

Die drei Päpste der Jahre 145:5 bis 1471, Calixtus III. ,Pius II., Paul II., waren ein jeder anders als Nicolaus V. , und einjeder verschieden von den beiden anderen, zu der Renaissanceund zum Humanismus eingestellt.

Calixtus nahm, im stärksten Gegensatz zu Nicolaus V. stehend, eine durchaus passive Haltung gegenüber den Humani-sten ein. Er wurde ganz durch die Türkengefahr beansprucht,deren Bekämpfung er mit sehr großer Energie betrieb.

Pius II. lebte in einer ständigen Geldnot, welche durch dietürkische Gefahr und seinen Kreuzzugeifer genährt wurde.Gegenüber den Humanisten war er zurückhaltend, weil er derennicht nur antike, sondern heidnische Einstellung mißbilligte undbekämpfte, während er persönlich einer der bedeutendsten hu-manistischen Schriftsteller war.