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Das 14. und 15. Jahrhundert
Dem vatikanischen Palast war entsprechender Umbau zu-gedacht. Eine großartige Anlage, mit der Wohnung für denPapst, welche je nach der Jahreszeit dreigeteilt gedacht war, mitQuartieren für das Kardinals-Kollegium und Lokalen für diesämtlichen Ämter und Geschäfte der Kurie, mit Prachtsaal fürdie Papstkrönungen und für den Empfang von Kaisern, Fürsten ,Botschaftern, mit Räumen für das Conclave, mit Kapellen, Bi-bliothek, Wasserleitung, Gärten, zugleich wie eine Burg gegenäußeren Angriff geschützt.
Die Ausführung dieses großen Planes erlebte Papst Nicolausnicht. Sein ligurischer Landsmann Julius II. erst nahm den Planwieder auf, indem er 1506 Bramante mit der Leitung nach neuenGesichtspunkten betraute. Nachdem dann Michelangelo undRaffael, Maderna und Bernini das Werk, unter vielerlei Wand-lungen, fortgeführt hatten, wurde der Dom am 18. November1620 durch Papst Urban VIII. feierlich eingeweiht.
In sehr ausgedehntem Maße wurde von Nicolaus V. die Ma-lerei zur Ausschmückung des Vatikans herangezogen.
Der erste Platz unter den von ihm beschäftigten Malerngehörte dem in seiner Art einzigen Fra Giovanni Angelico daFiesoie (1387—1455).
Das Verhältnis des Papstes zu dem großen Künstler, der nieden Pinsel in die Hand nahm, ohne vorher gebetet zu haben,gestaltete sich bald zu einem freundschaftlichen. Die Wurzelndieses Verhältnisses lagen in der Magisterzeit Nicolaus’ V., derdamals die Bibliothek des Klosters von S. Marco in Florenz ordnete, während Fiesoie dort seine wunderbarsten Werke schuf.Die Fresken, die Fiesoie im Vatikan für Eugen IV. zu malen be-gonnen hatte, bildeten zur Zeit der Thronbesteigung Nicolaus ’ V.den schönsten Schmuck des päpstlichen Palastes. Nicolaus be-traute Fiesoie zunächst mit der Vollendung dieses Werkes.
Zu Ende des Jahres 1447 noch übertrug der Papst Fiesoieweitere umfassende Arbeiten im Vatikan .
Aber noch vor dem Hinscheiden seines großen Gönnersstarb Fiesoie (18. März 1455). Er fand seine Ruhestätte in der